Aktivspielplätze

Spielend lernen

Aktivspielplätze gibt es schon seit 65 Jahren, doch ihre Bekanntheit hält sich immer noch in Grenzen. Auf Aktivspielplätzen eignen sich Kinder Wissen über ihre Umwelt an, indem sie selbst auf Erkundungstour gehen.

Es gibt sie schon seit 65 Jahren, doch ihre Bekanntheit hält sich immer noch in Grenzen. Nachdem 1943 im dänischen Emdrup, der erste Aktivspielplatz geöffnet wurde, konnte auch 24 Jahre später Deutschland endlich den Ersten sein Eigen nennen. Dieser wurde in Berlins Märkischem Viertel  errichtet.


Was ist das überhaupt?

Aktivspielplätze sind nicht nur einfache Spielplätze, die in jeder Stadt vereinzelt zu finden sind. Sie bieten dem Kind vielmehr die Möglichkeit, aus seinen eigenen Erfahrungen zu lernen und Erlebnisse mit Flora und Fauna zu sammeln. Besonders Letzteres ist in städtischen Gegenden kaum noch für Kinder realisierbar, da Grünanlagen oder Bolzplätze manchmal ziemlich marode sind oder gar nicht zur Verfügung stehen. 

Die Idee zu einer solchen Einrichtung, entstand um den Zweiten Weltkrieg herum, da zu dieser Zeit die Freizeitgestaltung der Kinder deutliche Defizite aufzeigte. Von den Bauernhöfen und ländlichen Regionen inspiriert, wurden als Konsequenz daraus, die ersten Aktivspielplätze gebaut, um den Kleinen eine natürliche Umgebung zu bieten.

Dieses Konzept ist bis heute erhalten geblieben und wurde pädagogisch weiterentwickelt. Nach Angaben des Bundes der Jugendfarmen und Aktivspielplätze (BdJA) gibt es mittlerweile rund 500 solcher Orte für große und kleine Kinder. Primär eignen sich diese Lerneinrichtungen für die Acht- bis Vierzehnjährigen, doch es gibt auch Spielplätze, wie den Farmkindergarten, der zusätzlich Jüngere anspricht. Generell liegt die Altersstruktur zwischen sechs und 16 Jahren.

Anders als in der Schule steht das Kommen und Verlassen des Platzes den Kindern frei, genau wie die Zeiteinteilung ihrer Tätigkeiten. Der Zugang zu solchen Einrichtungen ist natürlich kostenfrei, da es jedem Kind gleichermaßen ermöglicht werden soll, sich auf diese Weise zu bilden.

Auf dem Aktivspielplatz gibt es zudem keine sozialen Unterschiede. Jedes Kind hat die gleichen Voraussetzungen und braucht keine zusätzlichen teuren Materialien mitzubringen.


Erde, Feuer, Wasser, Luft – sind zum Lernen da!


Die verschiedenen Angebote auf Aktivspielplätzen unterscheiden sich natürlich voneinander, doch gibt es immer wieder feste Bestandteile, die bei fast jedem zu finden sind. Beispielsweise ein Streichelgehege oder generell Tiere.

Kinder übernehmen hier Verantwortung für Lebewesen, indem sie diese füttern, den Stall ausmisten oder die Tiere säubern. Dadurch lernen sie den richtigen Umgang mit ihnen kennen und können andere Lebewesen daraufhin besser einschätzen. Außerdem schaffen es Tiere immer wieder Kinder zu ermutigen, ihre Gefühle offen zu zeigen.

Auch die vier Elemente stellen in fast allen Aktivspielplätzen eine gewisse Basis dar, denn der Umgang mit ihnen wird spielerisch gelernt. Dieses Konzept zählt zur Naturpädagogik, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Umwelt wieder erlebbar zu machen und den Menschen dazu zu bringen, eine neue Sichtweise auf sie zu haben und besser mit ihr umzugehen.


Fähigkeiten und Fertigkeiten

Nach dem Pädagogen Johann R. Krauss erwirbt das Kind spielend so, unter anderem Kooperationsfähigkeiten, da es oft mit anderen zusammenarbeiten muss, um ein Ergebnis zu erreichen. Ebenso werden Diskussionen angeregt, die nicht nur das sprachliche Feingefühl, sondern auch den Ausdruck von Meinungen schulen und somit sogar Selbstvertrauen verstärkend wirken können. Letzteres kann zudem mit Hilfe erfolgreicher Projekte des Kindes gestärkt werden.

Durch den Umgang mit verschiedenen Baumaterialien, wie Holz zum gemeinsamen Hütten bauen, fördert das Kind seine Fein- und Grobmotorik und erwirbt gleichzeitig handwerkliche Fähigkeiten, die ihm im späteren Alltag nützlich sein können.

Bei dem vielfältigem Spielmaterial, die oftmals direkt aus der Natur stammen, kommt natürlich die Kreativität nicht zu kurz und die Fantasie der Kinder blüht. Das wirkt natürlich förderlich, denn der Mensch ist, im Gegensatz zum Tier, nicht Instinkt geleitet, wenn es zum Spielen kommt. Konträr dazu gibt uns die Fantasie vor allem Gründe zu diesem Verhalten. Und das Tollen ist essentiell, weil es überschüssige Kraft bewältigt, einen Erholungseffekt hat, das Kind dadurch die Umwelt kennenlernt und darüber hinaus macht es Spaß.


Alles hat eine Kehrseite...

Aktivspielplätze sind immer einem Kritikpunkt unterworfen: Sie besitzen einen Inselcharakter. Die Umzäunung des Geländes ist jedoch wichtig, da die Einrichtungen sonst Einbrüchen, Zerstörungen oder sogar Tierquälereien ausgesetzt sind. Doch verblasst die Kritik, in Anbetracht der positiven Effekte dieses Spielplatzes.

Natürlich gibt es auch Platzregeln auf einem Aktivspielplatz, die bei Missachtung zu Sanktionen führen. Doch nur so kann ein reibungsfreies Miteinander garantiert werden, damit die Kinder sich in einer guten Lernumgebung befinden.

Steffi Rehfeld

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