Die digitale Familie

So sieht die Mediennutzung in deutschen Familien aus


Kinder wachsen heute wie selbstverständlich mit digitalen Geräten auf. Zahlreiche Geräte, Apps und Spiele sind extra für unseren Nachwuchs angefertigt. Manche können sogar als Unterstützung durch spielerisches Lernen dienen, andere sind dagegen reiner Zeitvertreib.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Mediennutzung im Familienalltag gestaltet und wie Sie Ihre Kinder zu medienkompetenten Erwachsenen heranziehen.

Eltern und digitale Medien

Heutzutage ist das Internet Hauptinformationsquelle der Eltern. 60 % suchen hier nach Informationen. Vor allem Mütter verbinden sich online gerne mit anderen Eltern und tauschen sich in Communities zu den Themen Elternschaft, Kind und Baby aus (40,4 %). 74 % der Eltern verwenden außerdem ihr Smartphone, um den Familienalltag beispielsweise mit Apps zu organisieren.

Und die Nachfrage nach digitalen Angeboten für Eltern wächst stetig, so Anna Figoluschka, Gründerin der „KidPick“-App und Initiatorin des Netzwerks „Digitale Elternhelfer“. Besonders in neuen Situationen suchen Eltern Rat und Unterstützung, wie beispielsweise in Bezug auf rechtliche Beratung zum Thema Mutterschutz, Elternzeit oder Kindergeld. Laut Figoluschka wird in Zukunft vor allem digitale Beratung zu den Themen Medizin, Ernährung und Gesundheit sowie mobile Carsharing-Lösungen gefragt sein.

Kinder und digitale Medien

Für Kinder ist es heutzutage selbstverständlich, schon von klein auf mit Tablet, PC und Smartphone umzugehen und einen Internetzugang zu besitzen. Jugendliche verbringen heute im Schnitt 3,5 Stunden online, vor 10 Jahren war es noch knapp die Hälfte. Und der Trend steigt: kleinere Geräte, wie digitale Wearables, sind schon längst ein Muss.

Digitale Familie – eine Grafik von kartenmacherei.de

Eltern versuchen den Medienumgang oft zu regulieren und setzen Regeln zum Besuchen bestimmter, nicht-jugendfreier Inhalte im Internet auf. Drei Viertel gelingt dies auch. Bei der Regulierung der Spieldauer von Computer oder Konsolenspielen setzen sich lediglich 49 % erfolgreich durch.

Doch hat die erhöhte Mediale Nutzung natürlich auch Vorteile: Eltern können jederzeit mit ihren Kindern per Smartphone kommunizieren. Über die Hälfte der Eltern von 12–19-Jährigen tun dies auch. Bei den 6–11-Jährigen immerhin ein Drittel.

Digitale Familie – eine Grafik von kartenmacherei.de



Medienerziehung

Leider steht die Medienerziehung im Unterricht noch nicht auf dem Lehrplan, weshalb sie den Eltern überlassen ist. Dabei schätzen über die Hälfte der Eltern ihre Medienkompetenz eher mäßig ein. Vor allem Väter fühlen sich hier auf der sicheren Seite.

Weitere Infos zum Einfluss der Digitalisierung auf das Familienleben gibt es auf kartenmacherei.de



Begleiten statt verbieten: Expertentipps zur Medienerziehung

Laut Experteninterviews mit Medienpädagogen und einer Helferin des deutschen Kindernetzwerks sind respektvolle, sachliche und vorurteilsfreie Gespräche mit den Kindern das A und O. Suchen Sie das Gespräch zu Ihren Kindern, anstatt Medien zu verbieten. Was beschäftigt sie gerade, warum ist ihnen die Nutzung des Geräts so wichtig? Sie werden erstaunt sein, was Sie über Ihr Kind, sein Leben und seine Interessen lernen können. Vielleicht tröstet ihre Tochter gerade die beste Freundin, weil es eine schlechte Schulnote gab. Oder ihr Sohn ist im Onlinespiel mit Freunden zu einem spannenden Abenteuer unterwegs.

Wichtig ist die Aufklärung der Gefahren im Internet wie Cybermobbing, nicht-jugendfreie Inhalte oder Datenklau. Achten Sie dabei aber auch auf den Freiraum und die Privatsphäre ihres Kindes. Das Smartphone ist heutzutage vergleichbar mit dem Tagebuch – es ist strikt privat!

Wenn Sie Ihren Kindern mit einer respekt- und vertrauensvollen Haltung begegnen, steht die Erziehung zu medienkompetenten Erwachsenen nichts mehr im Wege!