Kino

Daniel Aminati gibt Tipps um den Alltagsstress zu meistern

Moderator, Sportler, Motivator und dabei immer positiv, so ist Daniel Aminati in Film und Fernsehen bekannt. Sein neuestes Projekt – er leiht Stier Ferdinand im Animationsfilm „Ferdinand – Geht STIERisch ab!“ seine Stimme (ab sofort im Kino). Wir haben ihn in Berlin zum Interview getroffen und uns den ein oder anderen Tipp geholt, um sich die grauen Wintertage nicht vermiesen zu lassen.

Du bist viel unterwegs, hast stressige Tage, z.B. auch heute viele Interviews, du hast aktuell generell viele Herausforderungen – wie meisterst du sie?

Es ist wichtig, dass man darauf achtet, was man sagt. Stress ist ein Wort, was mit unfassbarer Schwere belegt ist. Wenn man zu sich selbst sagt, heute stehen ein paar Herausforderungen an, dann hat das gleich eine ganz andere Form. Dann switcht man direkt ein bisschen die Perspektive. Dann fühlt man sich gleich auch nicht mehr so gestresst. Generell sucht man sich ja das aus, was man tut. Niemand zwingt einen. Dementsprechend muss ich sagen, dass es für mich eine wunderbare Sache ist, heute mal was anderes machen zu dürfen, als sonst. Natürlich ist die Taktung hoch, man sieht viele Menschen, man kennt viele Menschen und viele Namen. Dementsprechend bin ich froh, dass ich meinen Job machen darf und morgen ist wieder ein anderer Tag mit neuen Herausforderungen oder ich geh dann auch schnell wieder in die Routine rein. 

Wie schaffst du es immer eine so positive Stimmung rüberzubringen?

Es ist mein Naturell. Ich versuche eine gute Zeit zu haben. Meine PR-Agentin meinte letztens – ich habe keinen Bock auf schlechte Laune. Das macht einfach keinen Spaß. Es ist so einfach und bringt es so auf den Punkt. Wir sollten uns viel mehr auf das konzentrieren was gut ist und nicht was schlecht ist. Wir sind gesund. Das ist so platt. Uns geht es so gut und trotzdem haben alle hier schlechte Laune. Etwas hat meine positive Stimmung aber auch mit meinem Lebenswandel zu tun. Ich habe in den letzten Jahren relativ viel gearbeitet. Ich habe den Kontakt zu mir verloren. Ich habe nur funktioniert und nur geackert. Meine Beziehung ist auch in die Brüche gegangen. Irgendwann Anfang des Jahres dachte ich, schön dass du wirtschaftlichen Erfolg hast. Es fühlt sich allerdings irgendwie nicht gut an. Man fängt an sich selbst zu hinterfragen. Das auch eine gewisse Art von Transformation – etwas wie aufwachen. Man jagt nicht mehr hinter dem nach, wonach sich die ganze Gesellschaft sehnt. Das ist Status und Unabhängigkeit. Der Satz „Geld macht nicht glücklich“ – es ist tatsächlich so. Deswegen habe ich für mich im Sommer eine Auszeit genommen. Ich habe hinterfragt. Ich habe Stille genossen. Ich bin in mich hineingekehrt. Ich habe einen ganz einfachen Urlaub gemacht. Ich habe gemerkt, diese Reduktion, das tut mir gut. „Spread good vibes“ – das ist mein Motto.  


Ist regelmäßige Ruhe wichtig? 

Ich glaube, dass sich jeder versuchen sollte Momente in der Stille zu schaffen. Ohne seinen Partner, den man über alles liebt. Das ist auch alles super. Aus sich heraus schaffst du alles. Dementsprechend musst du auch gut mir dir im Zwiegespräch sein. 


Stier Ferdinand steht im Film immer wieder vor neuen Herausforderungen. Was war denn deine letzte große Herausforderung? 


Ich bin ganz ehrlich. Die letzte große Herausforderung war, dass ich mich mit einem Menschen eine ganze Zeit lang überhaupt nicht verstanden habe. Der Mensch ist mir total auf den Keks gegangen. Er kreiste nur um sich selber. Das ging mir sehr auf den Zeiger. Dieser Mensch war auch nicht in der Lage zu reflektieren, über Probleme, die man hat, zu reden. Ich habe diesen Menschen lange gemieden. Warum soll ich mir das reinziehen? Aber aufgrund meines positiven Mindsets habe ich verstanden: Es ist nicht das Problem des Gegenübers, es ist das eigene Problem. Was für Knöpfe werden von demjenigen ausgelöst, dass das was mit mir macht. Ich bin einfach mit mir ins Gericht gegangen und konnte dann aber auch ein Stück weit auf diesen Menschen zugehen und sagen: „Ich versteh dich, dass du nicht anders agieren kannst, weil du dein Leben lebst. Ich kann nicht Dinge von dir erwarten, auch wenn ich sie für normal halte. Ich stecke nicht in deinen Schuhen und du nicht in meinen. Lass uns in den Arm nehmen“. Das habe ich dann gemacht. Dann hat sich sofort was gelöst. Ich bin echt froh, dass ich mehr Empathie und weniger Ego gezeigt habe. Das war echt cool. 

Jeder ist mal mit Menschen zerstritten und weiß das er eigentlich im Recht ist. Was sagst du zu zum Thema subjektiver Wahrnehmung? 


Der Mensch, der vermeintlich im Unrecht ist. Er kann gar nicht anders agieren, wie er agiert. Sonst würde er gar nicht so agieren. Ich versuche dann eine gewisse Form von Gelassenheit an den Tag zu legen. Das ist das Größte, was wir im Leben erreichen können, Zufriedenheit und Gelassenheit. Was wissen wir, was bei ihm los ist? Was er für Steine mit sich rumschleppt. Wenn er cool wäre, dann würde er ganz anders reagieren. Also müsste man ihn eigentlich in den Arm nehmen und sagen, was ist los?

Glaubst du an Karma? 


Ich glaube, Karma ist eine gute Energie und eine positive Aura. Jeder von uns hat diese Aura. Wir denken am Tag zwischen 60.000 und 80.000 Gedanken. Selbst wenn wir nur sitzen, tun wir. Das ist Energie. Wenn wir gut mit unserer Energie umgehen, dann merkt man das, dann spürt man das. Positive Energie kommt auch irgendwann zu einem zurück. Wenn du als Arsch durch die Gegend läufst, dann kannst du nicht davon ausgehen, dass du geliebt und von allen anerkannt wirst. Das kann kein schönes Leben sein. 


Daniel, vielen Dank für das Interview. „Ferdinand – Geht STIERisch ab!“ (von den Machern von Ice Age) ist ab sofort in den deutschen Kinos. Außerdem hat Daniel Aminati mit seinem Freund Lars Ahmed (Coach und Buchautor) den Motivationspodcast "Die Glücksritter" gestartet.