Im Garten spielen

Spaß und Sicherheit: Den Garten kindgerecht anlegen

Für die Entwicklung eines Kindes ist der frühe Kontakt zur Natur sehr wichtig: draußen lernt es erste Tiere und Pflanzen kennen. Das trägt zu einem besseren Verstehen bei, stärkt gleichzeitig aber auch das Immunsystem des Kindes.

Muss sich der Körper schon im Kindesalter mit den verschiedensten Gräsern und Pollen auseinandersetzen, beugt das Allergien vor. Sich draußen aufzuhalten fördert allgemein die Gesundheit, auch durch die frische Luft und die Sonnenstrahlen. Außerdem hilft die Natur beim Stressabbau. Ein eigener Garten ist daher das Paradies schlechthin für Kinder. Gute Gründe also, den Garten kindgerecht zu gestalten, damit ihnen beim Klettern und Spielen nichts passieren kann.

Draußen spielen und warum das für Kinder so wichtig ist

Ein eigener Garten ist optimal, damit Kinder einen Bezug zur Natur entwickeln und ihrem Drang nach Bewegung und Entdecken nachgehen können. Beim Klettern, Spielen und Toben entwickeln Kinder wie nebenbei wichtige Fähigkeiten: Sie trainieren ihre Grob- und Feinmotorik, bauen Muskeln auf. Doch auch die sozialen und kognitiven Fähigkeiten werden dabei erlernt und ausgebaut.

Besonders, wenn sie mit anderen Kindern zusammenspielen, lernen Kinder ungemein viel für das Leben dazu: Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen sie lernen, wann es ratsam ist, sich zu behaupten, und wann es besser ist, nachzugeben. Zudem lernen Kinder im Zusammenspiel den Umgang mit Misserfolgen und Enttäuschungen.

Grundsätzlich regt das Spielen die Kreativität und die Denkfähigkeit an. Besonders effektiv ist dafür das freie Spielen, bei dem es keine oder nur wenige Vorgaben gibt – wie etwa im Sandkasten oder auf dem Spielturm. Das animiert Kinder dazu, sich selbst etwas auszudenken und auch ungewöhnliche Gegenstände in das Spiel miteinzubeziehen. Draußen werden daher gerne mal fleißig Blätter, Steine oder Zweige gesammelt – Kinder nutzen sie für ihr Spiel und setzen sich gleichzeitig mit der Natur auseinander.



Den Garten kindgerecht machen – das ist zu beachten

Kinder haben in der Regel eine andere Vorstellung von einem schönen Garten als Erwachsene. Während sie ordentliche Beete und eine ansprechende Gestaltung inklusive Erhol-Oase bevorzugen, brauchen Kinder Platz, um ungezwungen zu spielen und sich zu bewegen.

Damit es nicht zu Konflikten zwischen Kindern und ihren Eltern kommt, was die Nutzung des Gartens angeht, ist es ratsam, den Garten in verschiedene Bereiche zu unterteilen und einen Bereich für die Kinder zu gestalten. Dort können sie sich nach Herzenslust austoben. Doch bevor es an die Gestaltung des Kinderbereichs gehen kann, müssen sich die Eltern der Planung widmen. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, wie viel Platz zur Verfügung steht. Sind die Platzverhältnisse beschränkt, müssen Alternativen für Schaukel, Klettergerüst und Co. her. Zum Beispiel kann man an einem stabilen Baum eine Brettschaukel aufhängen und gegebenenfalls die Äste zum Klettern nutzen.

Bei der Frage, was an Spielgeräten angeschafft wird, sollten das Alter und die Wünsche des Kindes berücksichtigt werden, aber auch das Budget, das für die Gartengestaltung zur Verfügung steht. Die meisten Spielgeräte sind allerdings in verschiedenen Preisklassen verfügbar, sodass für nahezu jeden Geldbeutel etwas dabei ist.

Grundsätzlich sollten Eltern darauf achten, den Kindern genügend freie Fläche zum Austoben zu lassen und nicht den ganzen Garten mit Spielgeräten zuzustellen. Gerade größere Kinder brauchen genügend Platz zum Laufen.



Sicherheit geht vor – was in den kindgerechten Garten soll und was nicht

Damit das Spielen im Garten dauerhaft Spaß bringt und den Kindern nicht zum Verhängnis werden kann, ist die Sicherheit ein wichtiger Punkt bei der Gartengestaltung.

Schutz vor Verletzungen

Die Spielgeräte im Garten müssen stabil, sicher und so konstruiert sein, dass sich Kinder daran nicht verletzen können. Gehobeltes Holz mit abgerundeten Ecken verringert die Verletzungsgefahr durch scharfe Kanten oder Splitter. Außerdem ist es wichtig, dass Nägel und Schrauben immer vollständig im Holz versenkt sind und nicht hervorstehen.

Die Spielgeräte sollten eine passende Traglast haben, damit problemlos auch mehrere Kinder gleichzeitig darauf spielen können, und nicht zu hoch sein, damit sich bei einem Sturz keiner ernsthaft verletzen kann. Zusätzlich sollte ein weicher Bodenbelag aus Rindenmulch oder ähnlichem einen Sturz abfedern. Sprossen und dergleichen sollten so konstruiert sein, dass Kinder sie mit der ganzen Hand umfassen und sich gut daran festhalten können.

Schutz vor Regen und Sonne

Wenn Kinder in ihr Spiel vertieft sind, vergessen sie ganz die Zeit und so vergehen draußen im Garten schnell ein paar Stunden. Daher sollten Eltern immer ein Auge darauf haben, dass sich die Kinder nicht zu lange in der direkten Sonne aufhalten.

Die Haut von Babys und Kleinkindern ist sehr empfindlich, weil sie noch recht dünn ist und sich der Eigenschutz gegen UV-Strahlen erst noch bilden muss. Aus diesem Grund ist jeder übermäßige Kontakt mit der Sonne zu vermeiden.

Ein Muss für einen kindgerechten Garten ist daher ein Sonnenschirm. Er schützt effektiv vor direkter Sonneneinstrahlung und auch vor spontanen Regengüssen. So müssen die Kinder nicht zwingend nach drinnen, wenn sie mitten im Spiel sind.

Sonnenschirme gibt es in verschiedenen Ausführungen, weswegen sie vielfältig einsetzbar sind. Sie dienen als schützende Überdachung beim Kinderpicknick oder über dem Sandkasten. Da bei Mittelstockschirmen der zentrale Schirmständer stören kann, sind bei kindlichen Aktivitäten Ampelschirme besser. Hier ist der Schirmständer seitlich und der Schirm kann ganz beliebig positioniert werden. Außerdem fällt beim Ampelschirm die Schattenfläche größer aus.

Giftige Pflanzen vermeiden



Kinder sind sehr neugierig und vor allem kleine Kinder fassen gerne Dinge an und nehmen sie in den Mund. Im Garten kann das schnell gefährlich werden, wenn giftige Pflanzen und Sträucher mit ihren schönen Farben und lecker aussehenden Beeren locken.

Efeu, Tollkirschen, Fingerhut, Goldregen und andere giftige Gartenpflanzen sind für den Menschen erst in höherer Dosierung gefährlich. Trotzdem sollten sie außerhalb der Reichweite von Kindern sein, da der Verzehr unangenehmen Vergiftungserscheinungen wie Krämpfe, Durchfall oder Kreislaufstörungen hervorruft.

Eltern sollten ihren Kindern daher frühzeitig beibringen, dass die Früchte dieser Pflanzen nicht genießbar sind. Das lernen selbst die Kleinsten recht schnell. Am besten ist es, solche Pflanzen erst gar nicht im Garten zu haben, solange die Kinder noch klein sind.



Spielgeräte für jedes Alter – von Sandkasten bis Baumhaus

Je nach Alter haben Kinder ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche, was die Gestaltung eines kindgerechten Gartens betrifft. So spielen Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren vor allem im Sitzen. Sie benötigen also eine geschützte ebene Fläche, die von den Eltern gut beobachtet werden kann. Für Kleinkinder reichen ein Sandkasten und ein Spielhaus als Beschäftigung in der Regel völlig aus

Kinder ab sieben Jahren haben da schon höhere Ansprüche: für sie bieten sich Rutschen und Schaukeln an, wenn der Platz ausreicht, auch gerne in Kombination in Form eines Spielturmes. Eine Wippe und ein Klettergerüst oder eine Kletterwand kommen ebenfalls immer gut an. Eine tolle Alternative zum Spielturm ist ein selbst gebautes Baumhaus, das Ideen für tolle (Spiel-)Abenteuer bietet.

Kinder ab sieben Jahre laufen auch gerne einfach umher und spielen Ballsportarten. Dafür sollte genügend Fläche im Garten freibleiben. Ein Basketballkorb oder zwei kleine Fußballtore machen den Kindern aber bestimmt Spaß.

Kreative Ideen zur Gartengestaltung

Abgesehen von den klassischen Spielgeräten für den Garten, gibt es einige kreative Ideen, um mehr Spiel und Spaß in den Garten zu bringen. Kinder malen gerne mit Kreide und spielen Schulunterricht. Das geht auch im Garten – mit einer selbstgebauten Tafel. Dafür einfach eine größere Holzplatte mit Wandtafel-Anstrichfarbe bepinseln und sie dann an die Seitenwand des Gartenhäuschens oder an einer anderen passenden Stelle anschrauben. Fertig ist die Gartentafel, die immer wieder neu bemalt werden kann.

Kinder freuen sich auch über einen eigenen Rückzugsort im Garten, wo sie sich verstecken und ganz für sich sein können. Ein Weidentipi ist dafür ideal und lässt sich mit wenig Aufwand selber machen. Dazu Weidenruten in einem vorher abgesteckten Kreis in regelmäßigen Abständen einpflanzen und die Enden zu einer Spitze zusammenbinden. Zum Schluss nur noch dünnere Ruten dazwischen einpflanzen und sie diagonal einflechten. Dann bleibt nur noch zu warten, bis alles grün bewachsen ist.