Freundschaften

Hat mein Kind die falschen Freunde?

Im Teenageralter beginnen Freunde wichtiger zu werden als die eigene Familie und ihr Wort zählt mehr als das der Eltern. Doch was, wenn sich das Kind die falschen Freunde ausgesucht hat?

Die meisten Eltern werden gerne sehr genau wissen wollen, mit wem ihr Kind seine Zeit verbringt. Vor allem im Teenageralter, wenn Alkohol, Drogen und Sex plötzlich zum Thema werden, haben viele Eltern Angst, dass ihr Jugendlicher an die falschen Freunde gerät. 
Wie reagiert man als Elternteil aber auf solche falschen Freunde des Kindes? 

Schlechter Umgang oder Vorurteil? 

In jüngeren Jahren umgeben sich Kinder oft mit solchen Freunden, die ihnen relativ ähnlich sind und daher auch den Eltern sehr sympathisch sind. Später werden Freunde nach anderen Kriterien ausgesucht: Eigenschaften, die der Jugendliche selbst gern hätte und die er bewundert oder einfach ein sehr ungewöhnliches Erscheinungsbild oder Verhalten sind reizvoll. Eltern sehen in ihrem eigenen Kind oft eine Art Ideal und hegen deshalb keine große Sympathie für Kinder, die so ganz anders sind als das eigene. Die Freunde eines Teenagers werden so oft als schlechter Umgang interpretiert.

Zunächst ist es interessant sich die Frage zu stellen, warum man die Freunde für schlechten Umgang hält. Gibt es konkrete Ereignisse, die diese Einstellung verursacht haben oder lässt man sich eventuell doch von Vorurteilen leiten, weil die Freunde nicht die adrett gekleideten, höflichen und strebsamen Musterschüler sind, die man sich als Umgang für seinen Teenager wünschen würde? 

Bunte Haare, ein ungewöhnlicher Kleidungsstil oder ein aufmüpfiges Verhalten müssen noch lange nicht bedeuten, dass sich dahinter kein sympathischer Teenager verbergen kann, der ihrem Kind mit echter Freundschaft begegnet. 

Hilfreich ist es hier, die Freunde besser kennen zu lernen und ihnen unvoreingenommen persönlich gegenüber zu treten. In einem Gespräch zeigt sich meistens schnell das wahre Wesen eines Menschen. Sorgen sie für ein Zusammentreffen in einer möglichst ungezwungenen Situation, in der sich die Kinder nicht unter Druck gesetzt fühlen: laden sie die Freunde zum Beispiel zu einer Grillparty in ihrem Garten ein. 

Drogen, Alkohol, Straftaten

Anders verhält es sich, wenn sich das eigene Kind durch seine Clique zu Straftaten verleiten lässt oder Drogenkonsum auf der Tagesordnung steht. Aber auch in einer solchen Situation ist Vorsicht geboten: Verurteilt man die Freunde oder versucht dem Kind den Umgang mit ihnen zu verbieten, drängt man es in die Position, die Freunde verteidigen zu müssen und heimliche Treffen werden trotz Verbot stattfinden. Man muss in einer solchen Situation immer bedenken, dass das Kind positive Gefühle für seine Freunde hegt und sie mit völlig anderen Augen sieht.

Wichtig ist es, möglichst wertfrei seine Sorgen zu erklären und mit dem Teenager über die bestehenden Problemfelder zu reden und sich nicht in Schuldzuweisungen zu verlieren. Begreift der Jugendliche beispielsweise, dass er sich von Drogen fernhalten muss bzw. möchte, dann wird er sich auch automatisch aus dem Umfeld entfernen, in dem Drogen eine Rolle spielen. 

Wenn alles Reden nichts hilft… 

Mit dem Kind zu reden ist sehr wichtig und man sollte sich immer um den Dialog bemühen, selbst wenn man das Gefühl hat, dass das Reden zu nichts führt. Man kann sich aber auch über weiterführende Maßnahmen Gedanken machen. Bei Drogenproblemen kann etwa ein Besuch bei der Drogenberatungsstelle nützlich sein.
 
Das Gespräch mit den Eltern der anderen Kinder zu suchen, kann auch weiter helfen. Aber Vorsicht: Eltern suchen die Schuld an unschönen Situation meistens nicht beim eigenen Kind. Also seien Sie nicht überrascht, wenn die Eltern der „falschen Freunde“ eventuell Ihr eigenes Kind als schlechten Umgang empfinden. 

Ein Verein, zum Beispiel ein Sportverein, ist ein guter Weg für Kinder und Jugendliche neue Freundschaften zu schließen. Vereinssport erfordert Disziplin und Ehrgeiz und wirkt sich daher positiv auf den Charakter der Kinder aus. Typische „Chaoten“ haben meist nicht das nötige Durchhaltevermögen und sind deshalb eher selten in einem Verein anzutreffen. Hat Ihr Kind Interesse an einer Sportart oder einer Freizeitbeschäftigung, können Sie mit ihm zusammen eine passende Gruppe oder einen Verein aussuchen.

Bei jüngeren Teenagern, bei denen sich der Freundeskreis noch weitestgehend über die Schulklasse definiert, kann auch ein Schulwechsel in Betracht gezogen werden. Dass eine solche Maßnahme allerdings einen tiefen Einschnitt in das Leben des Jugendlichen bedeutet, muss jedem klar sein. Die Gefahr besteht, dass der erwünschte Erfolg nicht eintritt, das Vertrauen des Kindes in seine Eltern aber erschüttert wird. 

Eine stabile Eltern-Kind-Beziehung gibt dem Kind Selbstvertrauen und Sicherheit. Wenn Ihr Kind das Gefühl hat, jederzeit mit seinen Sorgen und Problemen zu Ihnen kommen zu können, wird es eher die innere Stärke besitzen „Nein“ zu falschen Freunden und  dem jugendlichen Gruppenzwang zu sagen. Kommunikation zwischen Eltern und Kind ist und bleibt das A und O für eine gute Entwicklung.

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