Problemfall Schwiegermutter

Schwiegermutter-Opfer - Was kann frau tun?

Gehören Sie auch zu den Schwiegermütter-Opfern? Hier lesen Sie über die Methoden mancher Schwiegermütter und wie man sich ihrer erwehren kann.

Laut Ruth Gall, Begründerin der bundesweit ersten Selbsthilfegruppe für Schwiegertöchter und Buchautorin, gehören zum Repertoire einiger Schwiegermütter Verleumdung, Intrigen, Herumschnüffeln, Erpressung und sogar Handgreiflichkeiten. Aussagen wie „Das Kind ist nicht von meinem Sohn“, Anrufe beim Arbeitgeber, das Öffnen von Briefen, das Lesen von Kontoauszügen, Tagebüchern und Verträgen sind für manche Schwiegermütter kein Hindernis. 

Manchmal reicht das Aggressionspotential bis hin zu Sachbeschädigungen. So manche Pflanze ist einer Schwiegermutter schon zum Opfer gefallen. Andere bedienen sich eher der emotionalen Erpressung, werden krank, drohen Selbstmord an oder weinen und schweigen - bis alles nach der eigenen Nase tanzt. Wenn Kinder vorhanden sind, wird der Konflikt oft auf deren Rücken ausgetragen. Nicht selten entstehen so Ess- oder Konzentrationsstörungen oder andere Verhaltensauffälligkeiten. 

Was geht in Schwiegermüttern vor?

Erklärungen für ein solches Verhalten können wie folgt aussehen: Mit der Hochzeit ihres Sohnes kommen Schwiegermütter in ein Alter, das sie besonders fordert. Sie werden älter und kommen in die Wechseljahre. Ihre eigenen Eltern werden hilfsbedürftig und sterben. Falls ein Partner vorhanden, ist er meist beruflich sehr eingespannt. Und dann werden ihnen auch noch die Kinder „genommen“! Einige kommen nicht damit klar, nur noch die Nummer zwei im Leben ihres Kindes zu sein und es entfaltet sich eine Konkurrenzsituation. Gegenseitiges Verständnis für die jeweilige Lebenssituation kann der Beziehung nur gut tun.

Was kann man tun?

Verschärft werden kann eine problematische Beziehung zur Schwiegermutter noch durch räumliche Nähe und finanzielle oder anders geartete Abhängigkeiten. Auch der Partner – meist der Sohn – ist gefordert, Stellung zu beziehen. („Wenn du sie ablehnst, lehnst du auch mich ab.“) Das Paar sollte als Einheit auftreten. Allein dadurch können sich Konflikte schon beruhigen. 

Wenn räumliche Nähe oder Abhängigkeiten sich nicht ändern lassen, der Partner keine geeignete Rolle im Konflikt annehmen kann oder einfach alles nichts bringt, sollte man professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie (als Einzel-, Paar- oder Familientherapie) in Anspruch nehmen. Auch Methoden zur Stressbewältigung und der Besuch einer Selbsthilfegruppe können hilfreich sein. In der Selbsthilfegruppe erfährt man Verständnis für ein Problem, dass häufig bagatellisiert wird und der erste Schritt aus der Isolation ist getan.

Annika Misina

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