Welches Haustier ist das Richtige?

Pflegeleicht, aktiv oder doch lieber entspannt?


Haustiere gibt es hierzulande in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Aber ob Hund, Katze oder Kleintier, sie alle haben andere Bedürfnisse und ein künftiger Halter muss sich darüber im Klaren sein, dass sein Alltag sich durch den neuen Mitbewohner womöglich grundlegend ändert.

Zudem sollte das Tier im Idealfall auch zur Persönlichkeit des Besitzers passen, damit ein harmonisches Miteinander über viele Jahre hinweg möglich ist. Zunächst sollten sich Tierfreunde daher einige wichtige Fragen stellen, bevor sie sich für einen tierischen Mitbewohner entscheiden.

Wichtige Fragen vor dem Tierkauf:

  • Wie lange ist der Halter bereit, sich an sein Tier zu binden? Hunde und Katzen können beispielsweise rund 12-15 Jahre alt werden und begleiten einen Menschen daher eine lange Zeit, exotische Papageien schaffen mitunter sogar mehrere Jahrzehnte. Wer sich nicht allzu lange binden möchte, der sollte vielleicht eher auf Nagetiere wie den Hamster zurückgreifen – dieser wird knapp 1,5 bis 3,5 Jahre alt.
  • Was kann dem Tier geboten werden? Besteht die Möglichkeit, das Tier im Garten zu halten und Auslauf zu bieten, würde es genügend Aufmerksamkeit erhalten? Gerade Hunde brauchen bekanntlich viel Zuwendung, aber auch die vermeintlich einzelgängerischen Katzen möchten nicht den ganzen Tag allein verbringen. Wer viel und lange arbeitet oder sich nicht ständig um die Beschäftigung der Tiere kümmern möchte, der kann hingegen zu Reptilien oder Fischen greifen.
  • Wie viel Verantwortung kann übernommen werden? Auch wenn eine Tierart nicht zwangsläufig durch den Menschen unterhalten werden muss, so benötigt sie doch regelmäßige Pflege. Futter, Wasser und das Säubern von Stall, Terrarium oder Katzenklo sind Verpflichtungen, die kein Tierhalter außer Acht lassen darf. Grundsätzlich ist die Tierhaltung nur für diejenigen geeignet, die entsprechende Verantwortung für ihr Tier übernehmen können und dies gegebenenfalls auch konsequent an ihre Kinder weitervermitteln.
  • Welche Eigenschaften sollte das Haustier mitbringen? Manch einer wünscht sich ein Tier womöglich nur als lebendiges Kuscheltier, das niedlich aussieht – und sofern die Haltung artgerecht und tierfreundlich ist, ist dagegen nicht zwangsläufig etwas einzuwenden. Tiere können für ihren Menschen jedoch noch eine ganze Menge mehr tun, so sind Hunde etwa sehr lernfähig und gehorsam und viele andere Tierarten faszinieren einfach durch ihr natürliches Verhalten in einer artgerechten Umgebung.
  • Welche Einschränkungen entstehen durch das Tier? Viele unbedarfte Halter legen sich ein Tier zu, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Fakt ist aber, dass ein Tier im Haushalt es mit sich bringt, dass gewisse Einschränkungen entstehen – ein völlig spontaner Urlaub ist beispielsweise nur noch möglich, wenn das oder die Tiere solange dennoch angemessen gepflegt werden, sehr lange Reisen sind hingegen schwer zu realisieren und sollen Hund oder Katze vielleicht sogar mit, so gilt es vieles zu planen und zu beachten. Auch heute noch werden etliche Tiere an der Straße ausgesetzt, weil sie nicht in die Urlaubsplanung passen – Halter sollten sich also wirklich ganz genau überlegen, ob ein Tier als Mitbewohner in ihre langfristige Lebensplanung passt.

Vielfalt bei der Tierauswahl – die beliebtesten tierischen Mitbewohner

Geht es um die Wahl eines Tieres, so herrscht in Deutschland bereits seit vielen Jahren ein ungefähr gleichbleibender Trend. Die beliebtesten Vertreter sind insbesondere folgende, die sich durchaus stark unterscheiden und so für jeden Tierfreund einen passenden Begleiter bereithalten.


Katzen sind schon seit Jahren bei weitem die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Quelle: http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/haustiere-heimtiere-grafik100.html 

Katzen

Katzen punkten seit jeher mit ihrer Eigenständigkeit, Intelligenz und Individualität. Das mag für die einen ein absoluter Pluspunkt sein, für die anderen hingegen ein Manko. Denn zwar sind Katzen grazile, schöne Tiere, die ihren Halter gern trösten und für reichliche Streicheleinheiten zu begeistern sind, andererseits lassen sie sich jedoch auch kaum etwas sagen. Die eigenständigen Samtpfoten legen Wert auf ihren Freiraum, mögen keine verschlossenen Türen und tun nicht selten einfach das, worauf sie Lust haben – dabei kann auch durchaus einmal etwas in der Wohnung zu Bruch gehen. Zudem muss bedacht werden, dass Katzen, trotz all ihrer Reinlichkeit, Dreck in der Wohnung hinterlassen und das Katzenklo täglich gereinigt werden muss. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Katzenrasse, denn hier kann es durchaus zu großen Unterschieden kommen, wenn es um Spieldrang, Aktivität oder Kinderfreundlichkeit geht. Laut geliebte-Katze.de sind Balinesen oder Russisch Blaue beispielsweise besonders eigensinnig und kaum für Anfänger geeignet, während Siam und Sokoke dafür bekannt sind, sehr gesprächig zu sein. Wer sich von ständigem Miauen eher gestört fühlt, ist hingegen mit einer Sibirischen Katze oder Devon Rex besser beraten.

Hunde

Anders als die Katze, die ihren Menschen nicht als Nabel der Welt betrachtet, so gelten Hunde meist als absolut treu und loyal. Sie erwarten ihren Halter meist schon direkt an der Haustür, zeigen ihre Freude offen und sind damit ein idealer Freund und Begleiter. Zudem sind die Vierbeiner sehr intelligent, haben Spaß daran, Kommandos zu erlernen und lassen sich gut erziehen. Dafür benötigen sie jedoch auch tägliche Spaziergänge und eine ganze Menge Aufmerksamkeit, idealerweise leben sie in unmittelbarer Nähe zu Wald und Wiese. Generell brauchen Hunde ausreichend Platz, Halter sollten jedoch auch Geduld, Erfahrung und vor allem Konsequenz mitbringen, um die Hundeerziehung erfolgreich zu absolvieren. Ähnlich wie bei Katzen kann die Auswahl einer bestimmten Rasse bei Hunden sehr wichtig sein, damit beispielsweise ein besonders familienfreundlicher, aktiver oder entspannter Zeitgenosse gefunden wird. Die Auswahl ist mit mehr als 340 Rassen riesig und beinhaltet unter anderem als kinderfreundlich geltende Shelties, eigenständige Eurasier oder aktive, verspielte Boxer. Zukünftige Halter sollten sich mit der Entscheidung unbedingt ausreichend Zeit lassen, sich umfassend informieren und ihre baldigen Mitbewohner am besten im Vorfeld schon ein wenig kennenlernen. 

Fische

Fische sind zwar nicht unbedingt die interaktivsten Haustiere, sie üben auf den Betrachter jedoch zweifellos eine gewisse Faszination aus. Schätzungsweise 80 Millionen Zierfische gibt es in Deutschlands Aquarien, ihre Artenvielfalt ist umfangreich und sie sorgen dank bunter Farben und Formen für einen absoluten Hingucker. Dennoch ist es ein Trugschluss, dass Fische einfach nur ins Aquarium gesetzt werden und fortan kaum Aufwand benötigen. Wer seinen Tieren ein artgerechtes und lebenswertes Zuhause bieten möchte, der muss viele Kleinigkeiten berücksichtigen: Angefangen bei der Auswahl der Fischarten über die Pflanzen bis hin zur Wassertemperatur und der richtigen Technik kann so einiges schiefgehen, wenn sich die Halter nicht mit dem Thema auseinandersetzen.

Fische werden in der Regel als schmerzunempfindlich oder gefühllos abgetan, immer mehr Studien beschäftigen sich mit diesem Punkt mittlerweile jedoch genauer und untersuchen das konkrete Schmerzempfinden. Dementsprechend sollten Halter ihren Tieren auch in diesem Punkt so viel Respekt wie nur möglich entgegenbringen. Zudem genießen sie das Leben in der Gemeinschaft und wer die kleinen Tiere dennoch falsch hält, sorgt bei ihnen mitunter für Verhaltensstörungen. Schon beim Kauf kann und sollte auf einige Punkte geachtet werden, etwa auf die Gesundheit der Tiere, deren Herkunft aber auch die Qualität der Beratung und der sichere Transport. Ein renommiertes Fachgeschäft ist an dieser Stelle in jedem Fall den Fischen aus dem Baumarkt vorzuziehen, damit an dieser Stelle auch der faire und tiergerechte Handel unterstützt wird – denn letztendlich zählt der Gesundheitszustand der Tiere und nicht der möglichst niedrige Preis.

Kleintiere

Gerade Kinder, die sich ein Haustier wünschen, bekommen oftmals ein kleines Nagetier, bei dem sie erste Verantwortung übernehmen können. Zudem brauchen die Kleinsäuger auch wesentlich weniger Platz als Hund oder Katze und sind in ihren Bedürfnissen bescheidener. Trotzdem bedeutet das nicht, dass diese Tiere keinerlei Ansprüche. Sei es ein Kaninchen, ein Streifenhörnchen oder der obligatorische Goldhamster, sie alle brauchen ausreichend Platz und sollten nach Möglichkeit artgerecht gehalten werden. Viele von ihnen werden von ihren Haltern gar nicht erst auf einen Käfig beschränkt, sondern dürfen ganze Räume, wenn nicht sogar die komplette Wohnung bewohnen. Zudem sind einige von ihnen wie etwa Ratten sehr menschenbezogen und wollen gefordert werden, während andere wie zum Beispiel Hamster auch durchaus ein paar Tage allein bleiben können, sofern sie ausreichend Nahrung und Wasser haben. Nicht ganz unwichtig ist auch, dass viele Nager nachtaktiv sind und es daher zu später Stunde durchaus laut werden kann im Käfig.

Reptilien

Reptilien benötigen ähnlich wie Fische nicht unbedingt die Zuneigung ihres Menschen, im Gegenteil. Schlangen, Eidechsen und Co. fühlen sich vor allem dann wohl, wenn sie sich in ihrem natürlichen Habitat befinden. Sie bringen ein gewisses „Urzeit-Feeling“ in das heimische Wohnzimmer und begeistern ihre Besitzer darüber hinaus mit einer Vielfalt an Farben und Verhaltensweisen. Zwar sind sie nicht annähernd so beliebt wie Hund oder Katze, dennoch ist die Haltung von Spinnen, Schlangen und Echsen zweifellos faszinierend und alles andere als alltäglich. Jedoch kann sie bisweilen sehr anspruchsvoll sein, weshalb Reptilien gerade für Einsteiger eine Hürde darstellen. Im Vorfeld sollten daher unbedingt grundlegende Informationen rund um die Lebensgewohnheiten und Pflegeanforderungen in Erfahrung gebracht werden. Wichtig für Tierfreunde ist hier zu wissen: Einen Freund zum Kuscheln und Spielen werden sie in einem Reptil nicht finden, dafür jedoch einen spannenden Exoten, über den sich viel lernen lässt.

Vögel

Vögel sind ebenfalls sehr beliebte Haustiere, vor allem ihr buntes Gefieder und ihr fröhlicher Gesang sind es, die die Menschen begeistern. Darüber hinaus sind viele Ziervögel jedoch auch sehr lernfähig, aktiv und möchten gefordert werden. Ihre Halter können und müssen sich also regelmäßig mit ihnen beschäftigen. Bekanntermaßen können einige Arten zahlreiche Worte lernen, andere wiederum weichen ihrem Besitzer nicht von der Seite und freuen sich ähnlich wie Hund und Katze über Streicheleinheiten. Selbst Memory und andere Spiele sind für einige Vögel ein spannender Zeitvertreib, wie etliche Fernsehshows bereits zeigten. Allerdings sollte künftigen Haltern bewusst sein, dass insbesondere Papageienvögel nicht nur fröhlich zwitschern, sondern auch sehr laut und mitteilungsbedürftig werden können, vor allem Großpapageien sorgen nicht selten für Ärger mit den Nachbarn. Wichtig ist außerdem die artgerechte Haltung, die auch heute noch nicht gänzlich in den Köpfen vieler Tierfreunde angekommen zu sein scheint: denn Vögel brauchen viel Platz, ein kleiner Drahtkäfig ist also keineswegs ausreichend. Ideal wäre eine großzügige Voliere, damit die Tiere frei fliegen können. Ein unbedingtes Muss ist außerdem die Paar- oder Gruppenhaltung, denn die geselligen Tiere sind auf soziale Kontakte, Austausch und Zärtlichkeit angewiesen, die ihnen der Mensch trotz aller Liebe einfach nicht bieten kann. Geht es um den Unterhalt, so sind die meisten Vögel sehr genügsam und geben sich mit Körnern und frischem Gemüse zufrieden, bei mangelnder Hygiene und schlechter Haltung werden die zierlichen und sensiblen Tiere jedoch oftmals schnell krank und sollten sehr vorsichtig umsorgt werden.