Mit der Familie ins Ausland

Kulturschock

So wird es vermutlich auch den Kindern von Katrin K. und Uschi M. gehen. Katrins Sohn Max bekam einen richtigen Kulturschock, als er merkte, dass Schulsport in Singapur nicht aus Fußball, sondern auch Cricket besteht. Tochter Sabine hatte nächtelang geweint, als sie merkte, dass Oma und Opa jetzt nicht mehr so einfach und schnell zu Besuch kommen können.

Vor allem Kinder ab dem 10. Lebensjahr tun sich oft schwer damit, ihre „Peer Group“ wechseln zu müssen. Facebook und Twitter können über anfänglichen Trennungsschmerz noch hinweghelfen. „Wichtig ist aber vor allem, dass die Eltern gelassen positiv und ruhig bleiben“, sagt Doris Traudt.

Von Erfahrungen profitieren

Auch bei der Rückkehrer-Familie von Uschi M. Sohn Johannes fühlt sich in Deutschland wie ein heimlicher Einwanderer, sein Englisch ist besser als sein Deutsch, obwohl in der Familie auch in den USA immer deutsch gesprochen wurde.

Auf der anderen Seite empfindet er eine Art Weltverbundenheit, ein tiefes und gefestigtes Bewusstsein, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, mit denen man befreundet sein kann. Das hätte er nicht erlebt, wenn er seine ganze Kindheit in Deutschland verbracht hätte.

Einmal Expat, immer Expat?

Uschi M. und Katrin K. sind durch das Telefon-Coaching bei Doris Traudt ruhiger und zuversichtlicher geworden. Katrin geht mutiger in Singapur auf andere Menschen zu, und Uschi hat gemerkt, dass es nicht nur ihr so seltsam geht, wenn man nach vielen Jahren aus dem Ausland zurückkehrt. Ja, sie glaubt sogar ganz fest daran, dass sie und ihr Mann eines Tages wieder ins Ausland gehen werden.

Johannes wird dann natürlich volljährig, und damit vermutlich nicht mehr mit von der Partie sein. Das wird wieder eine neue Erfahrung werden, weiß Uschi.

Für Doris Traudt übrigens auch. Auch sie träumt davon, eines Tages wieder als globaler Nomade eine neue Kultur zu suchen und zu finden. Irgendwo auf der Welt zuhause zu sein.

Doris Traudt (www.iamhome.de)