Co-Sleeping und bed-sharing

Mama, Papa, Kind(er): Gemeinsam in einem Bett

„Wo schläft das Kind?“ Ein umstrittenes Thema. Vom ersten Tag an im eigenen Bett! Oder im Bett der Eltern? Oder anfangs im Bett der Eltern und später im eigenen? Meine Söhne schliefen von Anfang an bei mir. Ein Plädoyer für das so genannte Co-sleeping oder Bed-sharing.

Ein Baby braucht nichts so sehr wie die Nähe seiner Eltern. Die erlebt es beim Stillen, Füttern und Tragen. Dann wird es abgelegt – alleine. In sein Bett im Kinderzimmer, in die Wippe oder den Kinderwagen. Dabei braucht es das alles nicht, um zufrieden zu sein. Die Eltern brauchen diese Hilfsmittel, um die Hände frei zu haben, damit der Alltag funktioniert. Doch nachts greifen viele Eltern auf alte Rituale zurück: Das Baby und Kleinkind darf im Elternbett schlafen und dort die Nähe und Wärme der Eltern spüren. Eine ganze Nacht lang. 

Gemeinsam in einem Bett zu schlafen war für unsere Familie die beste Lösung, um einigermaßen ausreichend Schlaf zu bekommen. Das Baby schlief anfangs in einem Gitterbettchen neben unserem Bett – die dem Elternbett zugewandte Seite war offen, die Matratzen auf gleicher Höhe. So konnte ich es zum Stillen zu mir herüberholen und danach wieder in sein Bettchen befördern. Oftmals schlief ich beim Stillen ein und so blieb der Knirps einfach neben mir liegen. Als es mit dem Stillen vorbei war, blieb die Schlafsituation dieselbe – nur das Gitterbett wurde nach dem zweiten abgestillten Baby weggeräumt und ein größeres Bett gekauft. In diesem schlafen wir Vier bis heute. 

Keine nächtlichen Wanderungen

Wir brauchen nicht aufzustehen, wenn die Kinder nachts nach uns rufen und sie müssen nicht von einem Zimmer zum anderen wandern. Unsere Kinder haben früh durchgeschlafen, schlummern sie doch da, wo sie am liebsten sind: ganz nah bei uns. Und wir genießen es ebenfalls - auch wenn morgens ein oder mehrere Füße bedrohlich nah neben unseren Köpfen liegen. 

Viele Eltern können nicht schlafen, wenn ihr Kind zwischen ihnen liegt. Sie brauchen Platz. Manche haben Angst, das Baby zu erdrücken, andere Angst, das Risiko des plötzlichen Kindstods zu erhöhen. Alternativ könnten diese Eltern das Kinderbett ins Schlafzimmer stellen oder ein Anstellbett ans elterliche Bett befestigen. So sind die Kinder auch in ihrer Nähe. Und sie können sich damit trösten, dass Ärzte und Hebammen empfehlen, dass Säuglinge am sichersten im eigenen Kinderbett im Schlafzimmer der Eltern schlafen.

Die Sehnsucht nach Schlaf

In früheren Generationen war es üblich, dass Mutter und Baby zusammen schliefen; meist sogar die ganze Familie. Das Baby spürte die beruhigende Nähe seiner Mutter und konnte nach Bedarf trinken. In Japan schlafen heute noch ganze Familien gemeinsam auf Bodenmatten und auch in Schweden ist das Co-Sleeping weit verbreitet.

Erst seit zirka 50 Jahren schlafen in Deutschland Mutter und Kind in getrennten Betten und Zimmern.  Mit der Begründung, die Mutter braucht einen möglichst ununterbrochenen Schlaf und das Kind soll nicht verwöhnt und frühzeitig zur Eigenständigkeit erzogen werden. Es stimmt: Mütter, die in der Nacht mehrmals von ihrem Baby aus dem Tiefschlaf geholt werden, sind nach wenigen Wochen erschöpft. Sie sehnen sich nach nichts mehr, als einige Stunden am Stück schlafen zu können. Und das meinen sie nur realisieren zu können, wenn das Kind weit weg von ihnen in seinem eigenen Bett und Zimmer schläft. 
Dass das nicht immer den gewünschten Erfolg bringt, merken die Eltern, wenn sie nachts den Weg zum Kinderzimmer zum fünften Mal gegangen sind oder wenn sie sich morgens auf einer Matratze neben dem Kinderbett wiederfinden.  

Frühzeitig reagieren

Im Schlaflabor der University of California's Irvine School of Medicine wurde das Schlafverhalten von Müttern und Kindern beobachtet, die gemeinsam und getrennt schliefen. Säuglinge, die im Familienbett schliefen, schrien weniger und die Mütter bekamen mehr Schlaf, weil sie nicht aufstehen und sich um das weinende Kind nebenan kümmern mussten. Schläft das Kind neben der Mutter, registriert sie schon frühzeitig, dass das Kind zu quengeln beginnt. Sie kann so bereits vor dem großen Geschrei reagieren und es stillen oder trösten. Danach schläft sie wieder ein und war meist nur wenige Minuten (halb) wach. 

Ein großes Bett muss her

Wer sich für Co-Sleeping entscheidet, sollte ein entsprechend großes Bett zur Verfügung haben. Nicht geeignet sind Wasserbetten, andere sehr weiche Schlafstätten oder eine Couch mit Rückenlehne. Auch sollten Kinder nicht im Elternbett schlafen, wenn ein Elternteil Raucher oder Epileptiker ist, Drogen oder Beruhigungsmittel nimmt oder alkoholisiert ist. Auch bei extremer Übermüdung und bei starkem Übergewicht wird davon abgeraten, das Bett mit dem Kind zu teilen. In allen Fällen ist das Kindswohl gefährdet.

Erlaubt das Budget oder der Platz im Schlafzimmer kein großes Bett, kann das Kinderbett neben das Elternbett gestellt oder ein Anstellbett verwendet werden. Diese Lösung hat auch den Vorteil, dass unruhig schlafende Kinder die Eltern nicht stören. 

Heidrun Berger

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