
Aus Expertensicht schließen viele Familien Versicherungen ab, die eher von nachrangiger Bedeutung sind, während wesentliche Risiken dagegen unversichert bleiben. Wie sollte der umfassende und adäquate Versicherungsschutz für Familien mit Kindern aber aussehen?
Versicherungen sind in Familienhaushalten längst zum Alltag geworden. Schließlich sind Eltern immer darum bemüht, ihrem Nachwuchs eine unbeschwerte und sichere Kindheit bieten zu können. Leider stellen Versicherungsexperten regelmäßig fest, dass in vielen Haushalten zwar über die Themen Sicherheit und Vorsorge nachgedacht wird, unterm Strich aber falsche Lehren das Ergebnis sind.
Die Folge: Es werden Versicherungen abgeschlossen, die aus Expertensicht eher von nachrangiger Bedeutung sind, wesentliche Risiken bleiben dagegen unversichert. Wie sollte der umfassende und adäquate Versicherungsschutz für Familien mit Kindern aber aussehen? Einer der wichtigsten Gesichtspunkte in diesem Zusammenhang ist die finanzielle Sicherheit.
Berufsunfähigkeit: Sicherheit für die ganze Familie
Versicherungsexperten halten die Berufsunfähigkeitsversicherung aus gutem Grund für eine der wichtigsten und primären Vorsorgemaßnahmen für Familienhaushalte. Insbesondere dort, wo sich ein Elternteil wesentlich um die Erziehung kümmert, der andere Elternteil das Gros des Einkommens beisteuert, ist die BU-Versicherung von elementarer Bedeutung. Denn ohne Berufsunfähigkeitsversicherung kann der Eintritt des Ernstfalls erhebliche Konsequenzen haben.
Berufsunfähigkeit führt oft zum Verlust des Arbeitsplatzes. Und der Berufswechsel kann sich als schwierig erweisen. Für Familien mit nur einem Einkommen ist diese Situation mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden. Gleichzeitig fehlt es an einer angemessenen staatlichen Unterstützung. Durch die Streichung der Berufsunfähigkeit aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt Familien einzig und allein die Erwerbsminderungsrente, welche an strenge Bedingungen geknüpft ist.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Tipps zum Vertragsschluss
Der Stellenwert der Berufsunfähigkeitsversicherung ist klar. Die Notwendigkeit, an dieser Stelle die finanzielle Absicherung der Familie im Blick zu behalten, lässt sich noch aus einem anderen Blickwinkel untermauern. Rein statistisch trifft die Berufsunfähigkeit jeden vierten Erwerbstätigen bis zur Rente. Aufgrund der großen Zahl an Anbietern raten Experten dazu, die einzelnen Tarife z.B. hier sehr genau miteinander zu vergleichen.
Insbesondere die abstrakte Verweisbarkeit taucht in einigen Verträgen zur Berufsunfähigkeitsversicherung immer noch auf. Hier hält sich der Versicherer eine Hintertür offen, mit welcher er den Versicherten zum Berufswechsel auffordern kann, also die Leistung nicht erbringen muss. Ebenfalls für Familien wichtig: die Nachversicherungsgarantie. Mit deren Hilfe können Versicherte die Leistung der BU-Versicherung an sich ändernde Lebenssituationen anpassen (Anschaffung/Bau eines Eigenheims, weiterer Nachwuchs usw.).
Unterm Strich sollte der Entschluss für eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst nach einer unabhängigen und objektiven Beratung fallen. Wichtig: Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente bemisst sich am individuellen Bedarf, was die Bedarfsanalyse zum wichtigen Schritt im Rahmen des Abschlusses der Berufsunfähigkeitsversicherung macht.
Welche Versicherungen braucht eine Familie noch?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, ist aber nicht die einzige Versicherung für Familien. Grundsätzlich müssen Eltern mit dem 1. Kind verschiedene Szenarien ins Auge fassen. Beim Toben können durchaus Fensterscheiben zu Bruch gehen oder der Ball auf eine stark befahrene Straße rollen. Gerade letztere Situation zieht mitunter Personenschäden nach sich. Daher ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung mehr als sinnvoll, die allerdings den Nachwuchs in den Versicherungsschutz einschließen muss. Wichtig: Bis zu einem bestimmten Alter sind Kinder deliktunfähig. Eltern können bei einer Verletzung der Aufsichtspflicht aber für den Schaden haftbar gemacht werden.
Ein Punkt betrifft die Unfallversicherung für Kinder. Letztere ist oft die einzige Möglichkeit, die Folgen schwerer Unfälle aufzufangen. Des Weiteren ist beim Thema Versicherungsschutz und Vorsorge auch das Todesfallrisiko zu bedenken. Experten mahnen daher den Abschluss einer Lebensversicherung auf verbundene Leben an, die in beide Richtung schützt und den Hinterbliebenen zumindest aus finanzieller Sicht eine Last von den Schultern nehmen kann. Je nach Lebenssituation (Mieter oder Wohneigentum) empfiehlt sich der Abschluss einer Hausrat- bzw. Wohngebäudeversicherung, um die finanziellen Belastungen durch Brand, Leitungsschaden oder Sturm und Hagel für die Familie zu reduzieren.