Neuerungen beim Elterngeld

Wissenswertes zur Elterngeldberechnung

Durch das Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs hat sich bei der bislang sehr aufwändigen Elterngeldberechnung einiges geändert. Was Mütter und Väter wissen müssen, deren Kinder nach dem 31. Dezember 2012 geboren sind.

Elterngeld als Entgeltersatzleistung

Das Elterngeld soll vorrangig solche Eltern unterstützen, die während der ersten Lebensmonate ihres Kindes teilweise oder vollständig auf ihre Erwerbstätigkeit verzichten und sich intensiv der Kinderbetreuung widmen wollen. Damit junge Familien während dieser Zeit keine enormen finanziellen Einbußen hinnehmen müssen, gleicht das Elterngeld das wegfallende Einkommen des betreuenden Elternteils in Teilen aus. Die Höhe des Elterngeldes hängt dabei maßgeblich davon ab, wie hoch das Einkommen eines Antragstellers in dem Jahr vor der Geburt des Kindes war.

Welche Neuerungen gelten seit dem 1. Januar 2013?

Seit Anfang dieses Jahres wird die Höhe des Elterngeldes mit einer neuen Berechnungsmethode ermittelt. Die Änderung ist durch das Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs bedingt, das am 18. September 2012 in Kraft trat und für alle Geburten ab dem 1. Januar 2013 gilt. Es soll dafür sorgen, dass die zuständigen Stellen den Elterngeldanspruch eines Antragstellers schneller feststellen können und Mütter und Väter nicht mehr allzu lang auf die Auszahlung des Elterngeldes warten müssen. Die Elterngeldstellen berechnen das maßgebliche Erwerbseinkommen, das mit dem Elterngeld bis zu einem gewissen Prozentsatz ersetzt wird, seit der gesetzlichen Änderung etwas anders als zuvor.

Bruttoeinkünfte sind Bemessungsgrundlage

Bislang wurde in aller Regel das „bereinigte“ Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt herangezogen, um das Elterngeld zu ermitteln. Hierbei berücksichtigten die Elterngeldstellen die durchschnittlichen Nettoeinkünfte des Antragstellers. Bei Eltern, deren Kinder ab dem 1. Januar 2013 geboren sind, wird nun anders gerechnet: Hier zählen alle Bruttoeinkünfte der letzten zwölf Monate vor der Geburt, auch solche aus einem sogenannten Minijob. Von dem sich daraus ergebenen durchschnittlichen Monatseinkommen werden anschließend Steuern und Sozialabgaben in pauschalisierter Form abgezogen. Da diese Pauschale etwas höher als die tatsächlichen Abgaben ist, erhalten viele Mütter und Väter seit der Änderung etwas weniger Elterngeld.

Selbständige profitieren von neuer Berechnungsmethode

Selbständige müssen ihre Gewinneinkünfte seit der Änderung nicht mehr über eine umständliche Einnahmenüberschussrechnung nachweisen. Sie können seit Anfang des Jahres auf den Steuerbescheid des letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraums vor der Geburt des Kindes zurückgreifen. Der Bemessungszeitraum für das Elterngeld ist somit identisch mit dem steuerlichen Veranlagungszeitraum, was für Selbständige letztlich weniger Aufwand bei der Beantragung bedeutet. Auch bei ihnen werden dann von den Gewinneinkünften pauschale Werte für Steuern und Sozialabgaben abgezogen, um das für das Elterngeld maßgebliche Nettoeinkommen zu ermitteln.

Keine Änderungen für Hartz IV-Empfänger und Studenten


Für Eltern, die Arbeitslosengeld II beziehen, haben sich durch die Neuerung bei der Elterngeldberechnung allerdings keine wesentlichen Änderungen ergeben. Nach wie vor gilt hier: Das Elterngeld gibt es nicht zusätzlich zu der Sozialleistung. Vielmehr wird es bei der Berechnung von Hartz IV als ein die Leistung minderndes Einkommen angerechnet. Etwas anders sieht es bei Studenten, Schülern oder auch Hausfrauen aus, die vor der Geburt ihres Kindes kein eigenes Einkommen hatten: Sie können – wie auch schon vor der aktuellen Neuerung – das Mindestelterngeld in Höhe von 300 Euro pro Monat erhalten.

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