Probleme beim Stillen

Milchstau und Brustenzündung

Beim Stillen können häufig Probleme auftreten, wie zum Beispiel ein Milchstau oder eine Brustenzündung (Mastitis). Um diese schmerzhaften Symptome zu lindern, gibt es ein paar Gegenmaßnahmen, die Sie ergfreifen können.

In den ersten Tagen nach der Geburt haben viele Frauen gereizte, empfindliche Brustwarzen. Machen Sie sich keine Sorgen, das vergeht wieder, wenn mehr Milch in die Brüste einfließt. Sollten die Brustwarzen aber sehr schmerzhaft sein oder Einrisse (Rhagaden) entstehen, können Sie die Brustwarze mit Muttermilch bestreichen. Ihr Arzt oder Ihre Hebamme kann Ihnen auch eine geeignete Salbe oder ein Öl verschreiben.

Es hilft auch, wenn Sie am Ende der Fütterung viel Luft und Licht an die Brustwarzen lassen. Zwischen den Mahlzeiten sollten Sie die Brüste trocken halten, indem Sie Baumwollwäsche tragen, Wäsche aus Synthetik meiden und die Stilleinlagen häufig wechseln.

Milchstau

Ein Milchstau entsteht, wenn die Milchkanäle nicht richtig geleert wurden und verstopfen. Die Brust schmerzt und ist prall gespannt, die Brustwarze ist oft unbeweglich und die Milch fließt immer schlechter ab. Der Milchstau kann auch zu einer Brustentzündung (Mastitis) führen.

Ein Milchstau entsteht durch die ungenügende Entleerung der Brust oder durch zu lange Stillpausen. Weitere Ursachen sind Stress, Hektik und Unruhe oder wenn Druck auf eine Stelle des Drüsengewebes ausgeübt wurde, wie zum Beispiel durch den Anschnallgurt eines Autos.

Wie verschaffe ich mir Linderung?

Um die Symptome zu lindern und eine Brustentzündung zu verhindern, muss die Brust möglichst leer gehalten werden, was Sie durch das häufige Anlegen des Kindes erreichen. Vor der Fütterung können Sie Milch durch leichten Druck abstreifen, damit die Spannung nachlässt. Außerdem sollte die Brust vor dem Trinken erwärmt werden, weil sich dadurch die Milchgänge besser öffnen und die Milch leichter fließen kann. Legen Sie sich zum Beispiel feuchtwarme Umschläge um. Dadurch schmerzt das erste Saugen des Kindes weniger.

Nach der Mahlzeit sollten Sie für etwa 20 Minuten kalte Umschläge anlegen. Sie können dazu mit einem trockenen Tuch umwickelte Eisbeutel, Beutel mit gefrorenen Erbsen oder dergleichen, kalte Quarkwickel oder nasse, kalte Tücher verwenden. Dadurch geht die Schwellung zurück, die Schmerzen werden gelindert und das schnelle Nachfüllen mit Muttermilch wird etwas hinaus gezögert.

Es ist sinnvoll, das Kind häufiger, aber kürzer zu stillen. Man sollte das Kind immer zuerst an der gestauten Brust anlegen und beachten, dass man eine Stillposition wählt, in der das Kind den Stau gut entleeren kann. Am besten weist der Unterkiefer des Babys zu der verhärteten Stelle. Durch sanftes Ausmassieren der gestauten Stelle in Richtung der Brustwarze kann man den Milchstau beim Stillen beheben.

Wenn sich die Symptome nicht innerhalb eines Tages bessern, sollten Sie Ihren Arzt oder die Hebamme um Rat fragen. In dem Fall werden stillfreundliche Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente verabreicht.

Brustentzündung (Mastitis)

Eine Brustentzündung (Mastitis) kann durch Keime entstehen, die durch den Mund des Säuglings über kleine Einrisse in der Brustwarze in das Gewebe der Brust gelangen. Auch ein Milchstau kann sich zu einer Brustentzündung weiter entwicklen. Die entzündete Stelle schmerzt, ist gerötet und heiß, man kann auch Schwellungen und kleine Knoten ertasten. Meistens bekommt die Mutter Fieber-, Kopf- und Gliederschmerzen.

Es kann auch vorkommen, dass man durch eine Brustentzündung gezwungen wird, mit Hilfe von Hormonpräparaten schnell abzustillen. Deshalb sollten Sie, wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten, sich umgehend an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme wenden. Am besten gönnen Sie sich viel Ruhe und Entspannung. Machen Sie kühle Umschläge, zum Beispiel mit Quark und legen Sie Ihr Baby möglichst oft an. Dadurch kann sich die Entzündung schon innerhalb eines Tages bessern.

Angelina Kalden

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