Was muss man beachten?

Ernährung in der Schwangerschaft

Mit einem positiven Schwangerschaftstest wächst mit der Freude oft die Verunsicherung: Auf welche Nahrungs- und Genussmittel muss ich während der Schwangerschaft verzichten? Soll ich wirklich „für zwei“ essen?

Eine gesunde Ernährung, d.h. die Zufuhr der richtigen Menge an Eiweißen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen ist während der Schwangerschaft besonders wichtig.

Gewichtzunahme und empfohlenes Ernährungsregime 

Generell gilt: keine Diät zum Abnehmen während der Schwangerschaft. Es sei denn, es handelt sich um medizinisch relevante Gewichtsprobleme - und dann nur in Absprache mit Ihrem Arzt. Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft beträgt idealerweise 10 bis 12 kg. Während der Schwangerschaft benötigt eine Frau ca. 300 Kalorien pro Tag zusätzlich. Dies entspricht ca. zwei Tassen fettarmer Milch, einer Portion Eis oder einem belegten Brötchen. Als Ernährungsregime wird eine normale Mischkost empfohlen, aber weniger Fett und mehr eiweißhaltige Nahrung. Als Eiweißquellen eignen sich vor allem mageres Fleisch, Fisch, getrocknete Bohnen, Linsen, Nüsse, Eier und Käse. 

Schwangere: Erhöhter Bedarf an Folsäure, Jod, Eisen und Kalzium

Folsäurehaltige Nahrungsmittel sind Weizenkeime, Rinderleber, Bohnen, Hefe, Vollkornbrot, Spinat, Grünkohl und Spargel, Nüsse, Obst, Fisch und Eigelb. Jod und übrigens auch die in letzter Zeit vielgepriesenen Omega-3-Fettsäuren sind in Seefisch enthalten. Die Verwendung von jodiertem Speisesalz wird in Deutschland nicht nur für Schwangere empfohlen.

Dem erhöhten Eisenbedarf begegnet man am besten mit Fisch, Geflügel, Vollkornbrot und Getreide, grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Trockenfrüchten, Eiern, Leber und rotem Fleisch. Kalzium wird für die Bildung der Knochen und Zähne des Kindes benötigt. Gute Kalziumquellen sind grüne Blattgemüse, Orangensaft, Milch, Joghurt und Käse. 

Den Koffeinkonsum sollten Sie bis auf ein bis zwei koffeinhaltige Getränke pro Tag (Kaffee, Tee, Cola) einschränken.

Verboten während der Schwangerschaft: rohes Fleisch, Milchprodukte aus unpasteurisierter Milch, Alkohol, Zigaretten

Rohes Fleisch (Tartar, Mett, nicht durchgebratene Steaks, Carpaccio) sollten Sie meiden. Diese Nahrungsmittel könnten eine Infektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii verursachen, die Sie unter Umständen gar nicht bemerken, die aber gefährlich für Ihr Kind sein kann.

In nicht pasteurisierten Milchprodukten (z.B. Weichkäsesorten wie Brie oder Schafskäse) kann das Bakterium Listeria monozytogenes enthalten sein, das sich selbst bei Kühlschranktemperaturen noch vermehren kann. Es kann das Krankheitsbild der Listeriose verursachen. 

Seit das "fetale Alkoholsyndrom" bekannt ist, wird vollständige Alkoholabstinenz während der Schwangerschaft empfohlen. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch eine eigentümliche Gesichtsform und meist auch eine geistige Beeinträchtigung des Kindes. 

Rauchen während der Schwangerschaft ist gefährlich für das werdende Kind, selbst wenn die Mutter nur passiv raucht. Es beeinträchtigt u.a. die Plazentafunktion und führt zu kindlichem Untergewicht. Es steht in Verdacht eine erhöhte Gefahr durch den plötzlichen Kindstod (SID), sowie Hyperaktivität und Lernschwierigkeiten im Schulalter zu verursachen. Außerdem ist die Gefahr einer Frühgeburt bei Raucherinnen deutlich höher als bei Nichtraucherinnen. Die These, dass Raucherinnen ihrem Ungeborenen schaden, wenn sie plötzlich das Rauchen einstellen, ist bereits lange widerlegt. So früh wie möglich sollten angehende Mütter das Rauchen einstellen.

Ausgeglichene Babys durch Schokolade?

Viel Trinken (mindestens 2l pro Tag, vor allem Wasser) und weniger Süßigkeiten essen runden die Ernährungsregeln ab. Mit einer einzigen Einschränkung: eine finnische Studie will belegt haben, dass Babys von Müttern, die während der Schwangerschaft Schokolade konsumierten entspannter waren als die von Müttern, die während der Schwangerschaft auf Schokolade verzichteten. Das lässt den Schluss zu: Schokolade in Maßen ist vertretbar.

Annika Misina

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