Adoption

Die andere Art, ein Kind zu bekommen

Wenn nach vielen verzweifelten und fehlgeschlagenen Versuchen, ein Kind zu bekommen, der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, entscheiden sich viele Familien für die Adoption.

Nach vielen verzweifelten und fehlgeschlagenen Versuchen, ein Kind zu bekommen, nach jahrelangen Arztbesuchen und zahlreichen Behandlungsmöglichkeiten gegen die Unfruchtbarkeit, bleibt bei vielen der Kinderwunsch unerfüllt. So entscheiden sich viele Familien für die Adoption.

Aber der Wunsch allein reicht nicht. Wer ein Kind adoptieren möchte, muss mit sehr viel Geduld und mit starken Nerven an die Adoption herangehen. Jedes Paar soll sich vorerst über das Thema Adoption informieren, die Adoption bewusst angehen und sich auf die Probleme einstellen, die da kommen können. Ein Kind ist kein Objekt, das nach Belieben weggegeben, zurückgenommen, ausgetauscht oder verkungelt werden sollte.

Das ist eine Entscheidung fürs Leben, die neben Freude und positiven Emotionen viel mehr einen gesunden Verstand verlangt. Denn mit einer Adoption kommt man mit einem Menschen zusammen, der bereits eine komplette, eigene Geschichte hat, mit der man sich auseinander setzen sollte.


Wie läuft das Adoptionsbewerbungsverfahren ab?

Diejenigen, die ein Kind adoptieren möchten, müssen verheiratet sein. Dabei muss ein Partner mindestens 21, der andere 25 Jahre alt sein. Beide müssen gesund sein, denn wenn auch nur bei einem Partner gesundheitliche Probleme festgestellt werden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Zusage gleich Null. Auch Paare, die älter als 40 Jahre sind und sich ein Kind mittels Adoption wünschen, haben sehr geringe Chancen ein Kind unter vier Jahre zu bekommen.

Aber auch Paare, die alle Voraussetzungen soweit erfüllen, müssen mindestens ein Jahr warten, bis sie ein Kind vermittelt bekommen, weil erstens das Prüfverfahren lange dauert und es zweitens mehr Paare gibt, die ein Kind adoptieren wollen, als Kinder, die zur Adoption freigegeben werden.

Wer ein Kind adoptieren möchte, muss zunächst Kontakt mit einer Adoptionsvermittlungsstelle (Jugendamt, Diakonie etc.) aufnehmen. Von dort werden alle dafür benötigten Unterlagen (z.B. Gesundheitszeugnisse, Einkommensbescheide) an die zuständige Behörde weitergeleitet. Erfüllen die Adoptionswilligen alle Voraussetzungen, folgt die eingehende Kontrolle der Wohnverhältnisse mittels Hausbesuch.

Dazu kommen psychische und physische Persönlichkeitseignungstests durch Gruppen- und Einzelgespräche, deren Zweck es ist, festzustellen, ob sich das Paar für eine Adoption eignet und ob es in der Lage ist, mit dem adoptierten Kind umzugehen.

 

Anderes Land, andere Sitten!

Viele Menschen entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren. Wenn man ein ausländisches Kind adoptieren möchte, gelten dieselben Voraussetzungen, was Alter, Lebensstatus, Einkommen usw. betrifft, die man erfüllen sollte, um ein Kind zu adoptieren.

Auch in diesem Fall ist es empfehlenswert, sich zuerst über den Verfahrensablauf, das Land, seine Einwohner und deren Kultur zu informieren. Man muss unbedingt beachten, dass das Adoptionsrecht von Land zu Land sehr unterschiedlich ist. Auch das Auswahlverfahren und die Gebühren bei den einzelnen Vermittlungsstellen können sehr große Unterschiede aufweisen.

Als erstes sollte man sich einen Beratungstermin beim zuständigen Jugendamt geben lassen, um sich über alle damit zusammenhängenden Probleme zu informieren sowie rechtliche Fragen zu klären. Als nächstes müssen sich die Adoptivbewerber mit den anerkannten Auslandsvermittlungsstellen in Verbindung setzen.

Die Vermittlung erfolgt dann über die Auslandsvermittlungsstelle in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendamt.

Vermeiden sollte man auf jeden Fall die Adoption eines Kindes über nicht anerkannte Vermittlungsstellen, wie verlockend das Angebot auch sein mag. Leider fallen viele Paare, die sehr schnell und unkompliziert ein Kind bekommen wollen, auf diese unseriösen Angebote herein, geben dabei unglaublich viel Geld aus und bekommen kranke Kinder vermittelt, vielleicht sogar ohne Einwilligungserklärung der Mütter.

Man möchte mit einer Adoption endlich vollkommen glücklich werden und sich keine zusätzlichen Probleme schaffen. Also: viel Geduld haben, denn das wird sich mit viel Glück auszahlen.


Wählen oder gewählt werden?


Nach der Überprüfung der formalen Kriterien und der letztendlichen Eignung zur einer Adoption steht dem adoptionswilligen Paar nichts mehr im Wege. Jetzt muss man warten, bis ein Kind zur Adoption frei gegeben wird. Einige warten nur wenige Monate und für andere wiederum wird erst nach vielen Jahren ein "passendes" Kind gefunden.

Es gibt für die Adoptivbewerber keine Wartelisten, sondern es wird individuell entschieden. Das heißt: Es wird kein Kind für ein Paar gesucht, sondern es ist das Kind, für das Eltern gesucht werden.

Adoption ist eine ernsthafte Angelegenheit und es ist auf keinen Fall ein Instrument zur Familienplanung. Viele Paare entscheiden sich für eine Adoption, weil sie keine eigenen Kinder haben können, ihre Ehe retten wollen, weil sie "die Welt retten wollen" oder ähnliches.

Man sollte sich bewusst sein, was die eigentlichen Gründe für eine Adoption sind. Das Kind wird vielleicht irgendwann fragen, was seine Adoptiveltern dazu bewegt hat, es zu adoptieren. Man sollte ihm dann nichts als die Wahrheit sagen. Wenn die Wahrheit die Liebe und keine Strategie oder Selbstbehauptung ist, dann ist es die Wahrheit, die man gerne hört und die Menschen noch näher zusammenbringt.

Ein adoptiertes Kind soll kein Ersatz für das werden, was dem Paar von Natur aus verwehrt wurde. Man soll wissen, dass man dabei mit einem Menschen zusammen kommt, der Liebe und Zuneigung braucht, der sehr sensibel und verletzlich sein kann, gerade weil er weiß, dass er adoptiert wurde.

Bevor man den ersten Schritt auf dem Weg zur einer Adoption macht, ist es ratsam, sich vorher nach der psychischen Verfassung und den Gefühlen bereits Adoptierter zu erkundigen, wie sich diese Menschen fühlen, was sie bedrückt und warum sie glücklich oder unglücklich sind.

 

Mama, hat mich wirklich der Storch gebracht?


Viele adoptierte Kinder wollen früher oder später wissen, woher sie kommen, wer ihre leiblichen Eltern sind oder auch mittelbaren Kontakt zu ihren leiblichen Eltern haben.

Adoptivkinder haben ein gesetzlich verbrieftes Recht auf das Wissen über ihre Herkunft. Mit Vollendung des 16. Lebensjahres haben die Adoptierten das Recht, ohne Zustimmung der Adoptiveltern unter fachlicher Anleitung Akteneinsicht zu nehmen.

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Adoption: Inkognito-Adoption, halboffene und offene Adoption.

Bei der Inkognito Adoption hat die Herkunftsfamilie keinerlei Information über die Adoptivfamilie. Damit soll sichergestellt werden, dass die Herkunftsfamilie nicht in die Erziehung des Kindes eingreifen und die Beziehung zwischen den Adoptiveltern und dem Kind gefährden kann. Bei einer halboffenen Adoption lernen sich leibliche und Adoptiveltern persönlich kennen. Dabei erfahren die Adoptiveltern den Namen der Mutter, die Adoptivfamilie bleibt aber anonym.

Offene Adoption kann viele Vorteile mit sich bringen. Bei einer offenen Adoption haben die Adoptiveltern und die leiblichen Eltern einen persönlichen Kontakt zueinander. Dabei haben die leiblichen Eltern die Möglichkeit, die weitere Entwicklung des Kindes zu verfolgen, während sich die Adoptiveltern ein realistisches Bild von der Persönlichkeit der abgebenden Eltern machen können.

Welche von diesen Varianten am besten vor allem für das Kind und seine weitere Entwicklung ist, ist bislang nicht untersucht und hat von Fall zu Fall unterschiedliche Auswirkungen auf das Leben und die Gefühle der Beteiligten.

Ansonsten keine Angst vor dem langen Warten, keine Angst vor irgendwelchen Untersuchungen, Bescheinigungen - wenn es dann am Ende klappt, ist man einfach nur noch rundum glücklich. Dann bleibt nur noch: Zeit genießen, Liebe schenken und Liebe empfangen.

Anna Reis

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