Babyschwimmkurse dienen Entspannung

Das vertraute Element neu entdecken

In einem Babyschwimmkurs soll Ihr Baby nicht schwimmen lernen, sondern das Wasser, das ihm vielleicht noch aus dem Mutterleib in ähnlicher Weise bekannt ist, wieder entdecken. Zudem soll es sich entspannen, aber auch aktiv werden.

Bekannt wurde der Begriff Babyschwimmen in den 70er Jahren. Damals wurden Übungen für sehr junge Säuglinge im Wasser durchgeführt, die für den Säugling unter anderem auch gefährliche Momente enthielten und waren zudem für die Entwicklung nicht von Nutzen. Die schlängelnden Bewegungen der Babys interpretierte man als erste Schwimmbewegungen und durch Tauchübungen sollte eine Wassergewöhnung und -sicherheit erzielt werden. Inzwischen haben sich diese Einstellungen allerdings geändert.

In einem Babyschwimmkurs soll das Baby nicht schwimmen lernen, sondern das Wasser, dass ihm vielleicht noch aus dem Mutterleib in ähnlicher Weise bekannt ist, wieder entdecken. Zudem soll es sich entspannen, aber auch aktiv werden dürfen. Daher ist die Bezeichnung „Babyschwimmen“ irreführend, denn das Schwimmen darf nicht im eigentlichen Sinne verstanden werden. Eher ist es eine Mutter/Vater-Kind-Gymnastik im Wasser. Am besten ist es, der Schwimmkurs findet mit Teilnahme beider Eltern statt und durch die Anleitung und Hilfe einer erfahrenen und gut ausgebildeten Kursleitung.

Was macht man bei einem Babyschwimmkurs?

Vor allem soll der Kurs dem Baby Spaß machen, denn ohne den Spaß des Kindes, wird es Ihnen ebenso nicht gefallen und Ihr Kind wird davon nicht das lernen, was es lernen könnte. Der Kurs dient der Förderung der Bewegung, denn den Säuglingen wird im Wasser eine Fortbewegung ermöglicht, die ihnen in diesem Alter an Land noch gar nicht möglich ist. Das Babyschwimmen kann eine wichtige Bedeutung für die Entwicklung aller Bewegungen haben.

Spielerisch werden die Säuglinge an das Wasser gewöhnt. Es werden Lieder gesungen und dabei wird nach Belieben geplantscht und mit dem Wasser gespritzt. Auf einem schwimmenden Objekt, wie beispielsweise einer Matte, wird geübt zu balancieren oder zu sitzen. Sie als Eltern erlernen wichtige Griffe und Haltetechniken, die Sicherheit geben und trotzdem noch viel Bewegungsfreiheit lassen. Babys werden an das Wasser im Mutterleib erinnert und so genießen viele die Zeit im warmen Wasser zusammen mit den Eltern.

In solchen Kursen werden spielerisch Erfahrungen mit dem Wasser gemacht, doch direkt erlernen soll das Kind nichts, sondern Freude haben mit den Eltern und den anderen Kindern. Im warmen Wasser kann die Bewegungsfreude begeistert ausgelebt werden. Auf den Händen der Eltern oder mit Schwimmhilfen balanciert der Säugling sein Gleichgewicht. Oft wird auch das Tauchen erprobt, was aber meist viel Mut der Eltern verlangt. Neugeborene zeigen eine instinktive Reaktion, wenn sie plötzlich Wasser ins Gesicht bekommen bzw. untergetaucht werden, sie stellen die Atmung ein. Doch verliert sich der sogenannte Tauchreflex zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat. Es gibt unterschiedliche Meinungen von Experten, ob das Tauchen und somit der Tauchreflex von Babys in solch einer Weise erzwungen werden sollte oder nicht.

Wozu dient ein Babyschwimmkurs?

Nach einer Studie der Sporthochschule Köln, beeinflussen Bewegungen im Wasser die Kinder viel intensiver als Bewegungen auf dem Trockenen. Durch diese gezielte Bewegungsschulung, die in den ersten 22 Lebensmonaten stattfindet, werden spätere motorische Bewegungsfertigkeiten anhaltend gefördert. Doch nicht nur die Motorik des Babys wird angesprochen, sondern auch die anatomische und organische Entwicklung. Positive Beeinflussung erfährt der Körper des Säuglings durch die Eigenschaften des Wassers, wie Nässe, Kälte, Auftrieb und Widerstand. Durch dieses kann die Wahrnehmungsfähigkeit, die als wichtigste Voraussetzung für ein gesundes Bewegungsverhalten gilt und bei vielen Kindern sogar noch im Kindergartenalter unzureichend ausgebildet ist, positiv beeinflusst und bedeutend verbessert werden. Das Wasser regt die Bewegungs- und Sinnesfähigkeiten des Säuglings an, was neue Eindrücke vermittelt und die geistige Aufnahmefähigkeit fördert.

Die körperliche Entwicklung wird durch die Erfahrung mit dem Wasser positiv beeinflusst, denn das Wasser wirkt auf alle Organsysteme und besonders auf die Atmung. Außerdem wird die geistige Entwicklung durch den engen Kontakt zwischen Eltern und Kind aufgebaut. Das Vertrauen und die Sicherheit zueinander steigen. Das gemeinsame Erlebnis und der Aufenthalt im Wasser steigern das Wohlbefinden und zudem die Fähigkeit zur Konzentration und Koordination. Der Aufenthalt im Wasser und die spielerischen Übungen können sich auf die gesamte kindliche Entwicklung auswirken. Herz-, Kreislauf- und Atemtätigkeit sowie bereits erwähnt die Motorik und die Körperbeherrschung werden gefördert. Vermutlich haben auch Haltungs- und Bewegungsstörungen eine gute Chance auf Verbesserungen.

Aussagen zufolge erlernten Kinder, die beim Babyschwimmen waren, später einfacher schwimmen als ihrer Altersgenossen, die damals keinen Kurs mit ihren Eltern gemacht haben. Doch Experten sagen, dass es nicht unbedingt eine Erleichterung für das Kind wird, ihm aber vielleicht die Angst vor dem Wasser nimmt und es so dazu beiträgt, dass es vertrauter mit dem Wasser umgeht. Durch die fehlende Schwerkraft im Wasser, kann das Baby seine Beine und Arme viel leichter bewegen und schult so die gesamte Motorik und Körperkontrolle. Der Druck des Wassers fördert die Atemfunktion und der abwechselnde Reiz der Wassertemperatur fördert die Abwehrkräfte des Säuglings. Zudem kommt es zur Kräftigung der Muskulatur. Zum Beispiel ist die Atmung durch den Druck des Wasser erschwert, das Baby muss mehr Kraft aufbringen und stärkt so die Muskulatur.

Ab wann kann man mit seinem Kind teilnehmen?

Bereits ab der fünften Lebenswoche ist es möglich mit seinem Säugling an einem Babyschwimmkurs teilzunehmen. Oft wird es jedoch auch erst ab dem dritten Lebensmonat empfohlen. Voraussetzungen sind, dass Ihr Baby eine altersgerechte neurologische Entwicklung hat und der Schluck-, Husten- und Niesreflex vorhanden ist. Mütter dürfen frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt ins Wasser. Je früher die Babys ins Wasser kommen, desto leichter sollte es werden, denn die Erinnerung der Babys an die Zeit im Mutterleib, in der es ähnlich war, ist noch aktueller. Je älter sie sind, desto länger halten sie es jedoch im Wasser aus.

Da der Unterricht in einer kleinen Gruppe stattfindet, ist es wichtig, dass die empfohlenen Impfungen durchgeführt wurden. Zudem sollte Ihr Kind keine Entzündungen in Ohren oder Augen, Durchfall, Pilzerkrankungen, Fieber oder sonstige ansteckende Krankheiten haben. Wenn Ihr Kind gerade erst geimpft wurde, sollten Sie ebenfalls nicht am Schwimmkurs teilnehmen, erst am vierten Tag nach der Impfung darf wieder teilgenommen werden.

Worauf Sie achten sollten

Die Temperatur des Wassers ist sehr wichtig, denn die die Säuglinge können schnell anfangen zu frieren. Achten Sie also darauf, ob eine Temperatur von 32 bis 34°C im Schwimmbad, in dem der Kurs stattfinden soll, angegeben ist oder erkundigen Sie sich. Zudem sollte das Wasser zwar Trinkwasserqualität haben, dennoch aber ein wenig gechlort sein, wegen der Gefahr von Pilz- und Infektionskrankheiten. Sie sollten sich mit Säuglingen nicht länger als 30 Minuten im Wasser aufhalten, da sie trotz des warmen Wassers schnell beginnen zu frieren.

Achten Sie auf Anzeichen dafür, dass sich ihr Kind nicht mehr wohl fühlt, es beginnt zu zittern oder ähnliches und verlassen Sie das Wasser und wickeln Sie Ihr Kind warm ein. Das Babyschwimmen sollte von einem ausgebildeten Leiter durchgeführt werden, besonders wenn die Eltern und Kinder zum Tauchen motiviert werden. Kurse werden unterschiedlich in Schwimmbädern, Krankenhäusern, von Hebammen und Krankengymnasten angeboten.

Zudem sollten Sie beachten, dass Ihr Kind nicht nach einer Mahlzeit ins Wasser sollte. Der ideale Zeitpunkt für den Schwimmkurs ist zwischen zwei Mahlzeiten, da der Säugling gesättigt ist und so weder der Magen zu voll ist, noch Hunger verspüren sollte. Wenn Ihr Kind am Tag des Kurses nicht gut drauf ist, dann sollten sie in Erwägung ziehen, den Kurs für diesen Tag ausfallen zu lassen, anstatt eine negative Erfahrung zu wagen.

Was braucht mein Kind?

Im Handel sind für Babys geeignete Schwimmwindeln erhältlich, die auch mehrfach zu benutzen sind. Badehosen, die am Bund und an den Beinen eng sitzen, sind ebenso gut geeignet. Mit einer herkömmlichen Windel oder nackt dürfen Kinder aus hygienischen Gründen nicht in das Schwimmbecken. Ist Ihr Baby gesund und hat es vor allem freie Atemwege? Sofern es keine Infektionen oder Schwierigkeiten beim Atmen hat, steht dem Babyschwimmkurs nichts mehr im Weg.

Nach dem Schwimmkurs sollten Sie Ihr Kind warm einwickeln und etwas warmes zu trinken bereithalten, denn der Durst kann nach dieser Anstrengung außerordentlich groß sein und zudem reguliert das warme Getränk die Körpertemperatur.

Voraussetzungen bei den Eltern

Wenn Sie Ihr Kind beim Babyschwimmen begleiten sollten, müssen Sie in der Lage sein sich im brusttiefen Wasser bewegen zu können. Selbst schwimmen zu können ist nicht zwingend notwendig, hilft allerdings sehr, denn eine mögliche Unsicherheit Ihrerseits, kann sich schnell auf das Kind übertragen.

Vorbereitung auf den Babyschwimmkurs

Da das Wasser im Schwimmbecken deutlich kälter ist als das Wasser in der Badewanne, ist es zu empfehlen, dass Sie Ihr Baby auf diese Umstellung vorbereiten. Eine einfache Methode ist es die Temperatur nach und nach zu senken. Normalerweise beträgt die Temperatur des Badewassers, in dem wir uns am wohlsten fühlen, um die 37°C. Senken Sie die Temperatur langsam auf 32-34°C. Diese Temperatur wird auch das Wasser im Schwimmbecken haben. Es ist die ideale Temperatur, um sich im Wasser intensiv zu bewegen, ist das Wasser zu kalt, fangen die Säuglinge schnell an zu frieren und bewegen sich kaum noch.

Am Tag des Babyschwimmkurses sollten die Babys ausgeschlafen haben und nicht quengelig sein, da die Übungen für die Kleinen sehr anstrengend sind. Wichtig ist, cremen Sie Ihr Kind nicht vorher ein, da sonst die Gefahr besteht, dass es Ihnen im Wasser aus den Händen gleitet. Packen Sie Ihre nötigen Sachen einen Tag vorher, um unnötigen Stress zu vermeiden, den Sie auf Ihr Kind übertragen könnten.

Manuela Perrakis

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