Langzeitstillen

Drei Jahre Stillen – natürlich oder befremdlich?

Muttermilch ist gesund für das Neugeborene und Stillen fördert die emotionale Bindung zwischen Mutter und Baby. So weit, so unstrittig. Beim Thema Langzeitstillen sind die Ansichten jedoch kontrovers.

Für die Monate bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres gilt die Muttermilch als die gesündeste Nahrung für ein Kind. Schließlich enthält Muttermilch alle wichtigen Nährstoffe, Mineralien und Vitamine, die ein Baby braucht, um zu gedeihen. Doch was ist nach diesem Lebensjahr? Was ist, wenn die Kinder weiter gestillt werden möchten und die Mütter diesen Wunsch nicht verwehren?

Es gibt die verschiedensten Ansichten, wenn es um das Thema Langzeitstillen geht. Einige Mütter wehren sich geradezu ihr Kind länger als eineinhalb Jahre zu stillen. Andere Mütter wiederum stillen ihre Kleinen bis zum dritten oder vierten Lebensjahr. Besonders der Trostfaktor wird hierbei oftmals in den Fokus gestellt. Da das Kind längst in der Lage ist, natürliche Beikost zu essen, wird oft damit argumentiert, dass das Stillen zum Trösten dient. Doch besonders auf Spielplätzen, wo sich zahlreiche Eltern und Kinder tummeln, gibt es viele Situationen, in denen Kinder oft getröstet werden müssen, da sich entweder wehtun, oder durch einen Streit mit anderen Kindern weinend zu ihren Eltern rennen. In genau dieser Situation sollten die Langzeitstillkinder dann laut der Ansicht der genannten Mütter an die Brust, um sich ihren notwendigen Trost zu holen. Doch was bedeutet das für das Kind, wenn es beobachtet wird durch andere Kinder in seinem Alter?

Das Langzeitstillen wirft viele Fragen auf

Vor allem wenn gleichaltrige Kinder zuschauen, wie das weinende Kind an der Brust der Mutter trinkt, treten viele Fragen auf. Das Kind wird entweder unmittelbar nach dem Stillen von den Kindern darauf angesprochen, oder möglicherweise gehänselt. Kinder im Alter von drei bis vier Jahren können in jedem Fall feste Nahrung zu sich nehmen und sind somit nicht mehr von der Muttermilch abhängig. Es handelt sich folglich um eine emotionale Intention, die Brust der Mutter zu verlangen. Hier geht es nicht primär um die Nahrungsaufnahme, die das Überleben des Kindes sichern soll. Nicht nur das Kind scheint sich nicht von der Brust “trennen” zu können - auch die langzeitstillenden Mütter möchten oftmals den Zustand so lang wie möglich beibehalten. Einige stillende Frauen beschreiben ihre 5-6-Jährigen Stillkinder als äußerst selbstständig und selbstbewusst. Genau in diesem Punkt spalten sich die Meinungen, da es viele Mütter gibt, die behaupten, dass Kind sei in diesem Moment nicht mehr selbstständig, wenn es zum Trost an die Brust muss und eine Umarmung reiche da völlig aus.

Letzten Endes ist es jeder Mutter selbst überlassen, wie lange sie ihr Kind stillt. Jedoch ist klar, dass es immer Reaktionen auf das Thema Langzeit Stillen geben wird.

Xenia Atanasovski

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