Babys erste Jahre: 9. Monat

Neugierige Entdecker

Seien Sie als Elternteil auf der Hut - Sie stehen nun unter ständiger Beobachtung. Ihr kleiner Schatz ist mittlerweile neun Monate alt und mehr denn je daran interessiert, jeden Ihrer Schritte zu verfolgen. Egal ob Sie bügeln oder eine Dose öffnen, Baby beobachtet Sie ganz genau.

Es will wissen, wie Sie Ihre Arbeiten machen, wie Alltägliches funktioniert. Durch diese Neugierde will es nun auch überall dabei sein, gehen Sie aus dem Raum, so versucht es Sie durch Raunzen und Quengeln daran zu erinnern, es mitzunehmen.

Alles wird gekostet!

Ihr Baby ist jetzt besonders neugierig. Alles muss genau betrachtet werden und zum exakten Kennenlernen von Dingen gehört bei Babys eben auch dazu, Gegenstände in den Mund zu nehmen. Mit Tasten alleine sind die kleinen Racker nicht zufrieden. Haben Babys die Backen voll, dann heißt es schnell sein - die Dinge, die sich die Kleinen in den Mund stecken, sind nicht immer essbar und ungefährlich. Besonders kleine Gegenstände drohen in die Luftröhre zu gelangen. Dabei besteht akute Erstickungsgefahr.

Ist das Dilemma schon passiert und Ihr Kind hat etwas verschluckt, so können Sie versuchen es an den Beinen zu nehmen und kopfüber leicht zu schütteln, vielleicht wird der Gegenstand wieder ausgespuckt. Führt diese Methode nicht zum Ziel, so fragen Sie Ihren Kinderarzt, was unternommen werden soll.

Noch ein Hinweis zum Thema Lutschen und Nuckeln: Oft fragt man sich als Elternteil, ob es nicht ungesund für das Baby sei, wenn es an sämtlichen Dingen knabbert. Seien Sie nicht zu besorgt, gegen normalen Hausstaub hat ihr Kind schon genügend Abwehrkräfte gebildet. Es wäre auch nicht gut, wenn Sie versuchen würden Ihr Kind "keimfrei" großzuziehen. Das hemmt die Entwicklung eines gesunden Immunsystems, beim ersten Kontakt mit einem Krankheitskeim würde Ihr Kind sofort erkranken.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man zwar vorsichtig sein sollte, etwa mit dem Schmutz von Straßenschuhen, man sollte dem Kind aber nicht jeden Gegenstand aus der Hand reißen, an dem es lutschen möchte.

Erste Schritte

Endlich laufen lernen, das wünschen sich nicht nur die Eltern für ihre Babys, auch diese selbst haben keinen sehnlicheren Wunsch, als endlich eigenständig und mobil zu werden. Dies beweist das ständige und harte Training, das ein Baby täglich ausübt. Ein weiter, mühsamer Weg und ein harter Kampf gegen die Schwerkraft ist es, bis der erste Schritt gelingt. Wenn Ihr Kind laufen lernt, so ist es gut möglich, dass vorübergehend andere Entwicklungen anhalten. Es kann also durchaus sein, dass Ihr Kind in dieser Phase nicht mehr durchschläft, oder kein besonderes Interesse an regelmäßigen Mahlzeiten hat.

Unterschiedliche Entwicklung

Wann das Laufen beginnt, ist von Kind zu Kind verschieden. Die ganz Flotten können bereits mit acht Monaten ein paar eigenständige Schritte machen, andere Kinder brauchen bis zu eineinhalb Jahre. Seien Sei also unbesorgt, wenn es sich bei Ihrem Kind um einen Spätstarter handelt. Sie können den Vorgang nicht beschleunigen.

Laufübungen mit dem Baby, bei denen Sie es an die Hände nehmen, werden nicht zu schnellerem Erlernen des Gehens führen. Ganz im Gegenteil, diese Übung kann sogar schädlich für das Baby sein. Sind Muskulatur oder Skelett noch nicht genügend entwickelt können sich X- oder O-Beine formen und auch der Rücken kann geschädigt werden.

Vielleicht haben Sie auch noch nicht gewusst: wann Ihr Kind zu laufen beginnt, ist vorwiegend über die Gene programmiert. Neben der körperlichen Entwicklung ist die geistige Reife Ihres Kindes wichtig, um das Gehen zu erlernen. Das Gehirn muss soweit entwickelt sein, um den Muskeln Befehle zum Anspannen oder Heben der Beine zu erteilen. Dieser Prozess dauert unterschiedlich lange und ist wiederum von der Bewegungserfahrung Ihres Babys abhängig.

Motivation ist gefragt!

Laufen zu lernen ist mühsam und bedeutet auch einige Rückschläge in Kauf nehmen zu müssen. Dabei können Sie Ihrem Kind helfen, nicht den Mut zu verlieren und immer wieder von neuem aufzustehen. Motivieren Sie Ihr Baby! Loben Sie es für jede erbrachte Leistung, klatschen Sie ihm zu, wenn es beispielsweise versucht, alleine zu stehen. Sie werden auch beobachten können, wie leicht der Schmerz des letzten Sturzes durch anerkennende Worte zu vertreiben ist. Überfordern Sie Ihr Baby auch nicht, indem Sie es dazu auffordern, längere Strecken zurückzulegen. Wenn die Zeit reif ist, dann wird es ohne Drängen und Bitten laufen können.

Gefährliche Lauflernhilfen

Lauflernhilfen halten nicht das, was ihr Name versprechen mag. Ganz im Gegenteil: durch die Benutzung von solchen Freilauf-Geräten wird der Lernprozess des Laufen noch verzögert. Sie schränken den natürlichen Bewegungsablauf Ihres Babys ein und obendrein wird die Entwicklung des Gleichgewichtssinnes gehemmt.

Außerdem ist die Verwendung von Lauflernhilfen sehr riskant. Teppichränder, Türschwellen oder Laufleisten können zu gefährlichen Fallen werden. Wussten Sie, dass sich immer wieder Kinder Kopfverletzungen, bis hin zu Schädelbrüchen durch den Gebrauch von Lauflernhilfen zuziehen? Und wussten Sie, dass Lauflernhilfen beispielsweise in Kanada verboten sind? Nicht unbegründet, wie man sieht.

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